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Dienstag, 2. Dezember 2008

Das Randili in China

Ich hab gerade einen Bericht ueber meine Zeit in China geschrieben, den ich an der Uni einreichen werde, um einen Credit-Point fuer mein Studium zu bekommen ;)

Wenn ihr ihn lesen wollt, und vielleicht sogar ein paar Kommentare haettet, waere ich sehr dankbar.

Hier findet ihr den Text: Das Randili in China

Danke fuer eure Hilfe ;) Und viel Spass beim Lesen...

Sonntag, 26. August 2007

Shanghai

Somit bin ich also wieder in Shanghai angekommen. Ein seltsames Gefuehl, sag ich euch. Auf eine gewisse Weise kommt man wieder nach Hause, aber auch irgendwie nicht. Vieles ist vertraut, aber soviele Leute, die man kannte, sind weg. Man fuehlt sich ein wenig alleine und weiss nicht so recht was tun.

Gewohnt hab ich bei der Caro. Die macht ja jetzt ein Praktikum bei der Konrad-Adenauer-Stiftung und wohnt dafuer in der YanPing lu, in der Naehe vom recht bekannten JingAn-Tempel (na ja, recht nahe, immerhin 15 Minuten laufen :), sehr weit fuer asiatische Massstaebe..). Ach ja! Hatte ich vorher schone erwaehnt, wies denn jetzt weiter geht mit mir? Nicht sicher...Daher erzaehl ichs einfach nochmal. Ich hab mir ein Flugticket nach Bangkok gekauft (bzw. kaufen lassen, von Leon :)). Ja, schon wieder! Denn ich mach jetzt tatsaechlich ein Praktikum dort, bei einer Firma names Tcllab , einer kleinen Firma in der Naehe von Bangkok. Ein Freund (ich kenn jetzt ne Menge Thais...) hat mir dafuer eine Wohnung besorgt, am Rande vom Bangkok, denn die Firma ist dummerweise doch sehr ausserhalb, in einem Gebaeudekomplex, der sich NECTEC nennt, und sich auf verschiedensten Gebieten mit neuen Technologien befasst (nebenan befindet sich z.B. auch noch BIOTec). Ich hatte mich dort vorgestellt, als ich Poy in Thailand besucht hab. Ich fand alles recht sympathisch, und ich hab dort auch mehr oder weniger ohne Probleme einen Job bekommen, fuer etwas weniger als zwei Monate. Damit hab ich mich quasi bewusst dafuer entschieden, kein Praktikum in China zu machen. Die Gruende dafuer sind zahlreich, die wichtigsten mit Sicherheit, dass ich gerne Thai lernen moechte zwecks besserer Kommunikation oder einfach auch nur weils ne coole Sprache ist :), und zum anderen, weil ich gerne noch was Neues kennenlernen moechte, eine neue Umgebung (ja, schon wieder). Denn diesmal wird es anders sein. Ich muss arbeiten, und ich wohne komplett alleine. In Shanghai hatte ich doch immerhin einen Zimmerpartner, und mehr oder weniger immer Leute um mich rum. Ausserdem war das Sprachstudentenleben doch recht locker. Mal gespannt was hier jetzt auf mich zukommt (ja, ich schreibe gerade aus Bangkok, aber dazu spaeter :)

In Shanghai angekommen bin ich Samstags, mein Flug nach Bangkok ging Mittwochs Abends. Ein paar Tage hatte ich also um verschiedenste Dinge zu erledigen, im Grossen und Ganzen aber einfach um mal zu entspannen. Zu meinen Hauptaktivitaeten in dieser Zeit hat gehoert Essen zu gehen, einkaufen zu gehen und Pakete mit Zeug zu packen, die ich dann nach Hause geschickt hab. Schoen war, dass ich ein paar alte Bekannte treffen konnte, die ich wohl so schnell nicht mehr wieder sehen werde. Und auch ein paar, die ich schon etwas laenger kenne :) , und zwar drei Herren aus Saarbruecken, die derzeit eine kleine Rundreise in China machen. Das war verdammt lustig und ich muss sagen, es ist echt was anderes Bekannte in einer voellig anderen und fremden Umgebung wiederzutreffen. Wir waren zusammen noch ein letztes Mal im Daisei gewesen, der Japaner der direkt hinter der Uni ist, und bei dem man fuer 138 Yuan all-you-can-eat-and-drink machen kann, wohlgemerkt alla Carte! Das Essen ist super und ich geh dort jedesmal pappsatt aber hochzufrieden raus...Shoppen war ich auch ne Menge, man muss doch ein paar Souvenirs fuer die Daheimgebliebenen besorgen. Insgesamt hab ich damit also 3,5 Pakete nach Deutschland geschickt, was etwa 35 Kilo entspricht :) Im Flugzeug haette ich da en Haufen Geld fuer bezahlen muessen. Es war ein seltsames Gefuehl, nochmal den UniCampus zu besuchen, und unser altes Wohnheim. Wie gesagt, man fuehlt sich zu Hause, aber es gibt fast keine bekannten Gesichter, ausser dem Wachpersonal. Das ist traurig, aber normal. Nur wenige Studenten bleiben dort laenger als ein oder zwei Semester. So viele Erinnerungen haengen dort, und vieles wirkt ein wenig wie im Traum. Es war echt eine gute Zeit, eigentlich genauso wie ich es mir vorher gedacht hatte. Aber vorher ist man ja immer ein wenig skeptisch. Ich hab enorm viel gelernt fuer mich selber und eben auch etwas Chinesisch :) Ich hab ne Menge neue Freund gefunden, und bin insgesamt wesentlich offener und toleranter geworden. Ausserdem sieht man in solche Situationen einfach auch viele Dinge, die schocken oder fuer andere Dinge motvieren und alleine fuer solche neuen Perspektiven und Ideen lohnt sich ein derartiger Aufenthalt. Ich bin tierisch froh, dass ich nicht nach Europa bin, sonder bewusst eher das Abenteuer in Asien gesucht hab (womit ich aber nicht Erasmus schlecht machen will, ich mein nur dass fuer mich die Kulturerahrung in Asien wesentlich groesser war als sie irgendwo in Europa je haette sein koenne, aber klar, das ist Ansichtssache). Diese Erfahrungen kann mir keiner mehr nehmen, wie man so schoen sagt. China war ne super Sache, aber ich bin wirklich ernsthaft froh wenn ich bald wieder nach Hause komme. Ich hab soviel gesehen, dass ich jetzt einfach ein wenig Zeit zum drueber Nachdenken brauche. Ausserdem vermisse ich das Saarland und seine Menschen doch sehr...

Dennoch hab ich mich auf das Praktikum gefreut, wo auch immer ich es denn gemacht haette. Ich bin mir mittlerweile ziemlich sicher, dass ich in diesem Bereich spaeter nicht arbeiten will. Also seh ich alles wesentlich lockerer und einfach als ein weiteres Stueck Spass an. In Bangkok kann ich wieder eine ganz andere Kultur kennenlernen. Denn China und Thailand sind so sehr unterschiedlich, wei zwei Laender nur sein koennen. Ich hoffe ich werde das in naechster Zeit schoen in meinem Blog darstellen koennen.

Vielen Dank Frau Chen fuer die grossartigen Chinesischkurse, ohne die ich definitiv nie auf die Idee gekommen waere hier herzukommen!

Samstag, 18. August 2007

Beijing, Guangzhou, Hongkong

Beijing war toll. Hat mir insgesamt sogar etwas besser gefallen wie Shanghai. Ich weiss gar nicht warum sich immer alle ueber das Wetter in Beijing beschweren. War echt super. Nur der erste Tag eben verregnet. Von da an hatten wir immer strahlenden Sonnenschein. Ok, ich geb zu. Es scheint kein normales Wetter zu sein. Ich erinnere da nur an die roten Sandstuerme in Fruehling. Wie auch immer, das Wette war grossartig fuer uns.

Die verbotene Stadt war nicht so der Hit, zumindest nicht fuer mich. Ein Grund mag sein, dass ich mittlerweile einfach gesaettigt bin, was Sehenswuerdigkeiten angeht. Und im Endeffekt ist die verbotene Stadt nur ein Haufen grosser, gerade in Renovierung fuer die olympischen Spiele befindlichen, Haeuser, oder auch Tempel. Leider ist dann auch noch der Audioguide ein Reinfall gewesen, der automatisch zu einem Ort etwas erzaehlt hat, sobald man in der Naehe war (oder manchmal auch, warum auch immer, wenn man gaaaanz woanders war). Leider konnte man dies nicht mehr wiederholen, und oft ist man beim Weitergehen aus Versehen in eine andere Zone gegangen, und Schwupp, ging die naechste Geschichte los. Sehr bloed...

Na ja, der naechste Hammer war dann, dass wir versucht haben Tickets nach Hongkong zu bekommen. Und das war wirklihc nicht einfach. Die Bahnhofshalle war der reinste Horror (viel zu viele Menschen) und wir - totmuede - mussten uns die Reihe draengelnder Chinesen stellen. Da haben wir dann 40 Minuten gestanden, kamen dran und haben immer wieder nur "mei you le" gehoert, welche Frage ich auch gestellt hab. Wunderbar! Keine Hartbetten und keine Sitze. Ja, es gab noch Weichbetten. Aber warum auch immer, ich wollte keine 100 Euro fuer eine Zugfahrt ausgeben (ja, ich weiss, hoert sich nicht viel an, zudem die Fahrt immerhin 22 Stunden dauert). Aber man wird geizig in China, und ausserdem reisen wir ja mittlerweile schon recht lang, und das Budget wird ganz schoen belastet. An diesem Abend mussten wir dann erstmal entnervt aufgeben, weil ich einfach keinen Bock mehr hatte, mich nach hinten zu wehren, und keine Ideen mehr wo wir denn noch wann hinfahren koennten.

Am naechsten Tag sind wir dann mit frischer Energie nochmal hin. Und diesmal hab ich vorgeschlagen nach Guangzhou zu fahren, die Haupstadt von Kanton, weil das nicht so weit weg von Hongkong ist und man dort wohl hoffentlich leicht hinkommt. Ich hatte da auch vorher schonmal gefragt, aber diesmal war die Antwort zu nem anderen Schalter gaaaanz weit weg zu gehen. Da sind wir dann frohen Mutes hin. Und wieder konnte man sehen, dass Chinesen oft nicht wirklich organisieren koennen. Der Schalter war genau in der Schlange derer, die gerade am Bahnhof angekommen waren, und nur noch schnell raus wollten. Schrecklich und wieder ein riesieges Gedraengel. Aber am Ende hatten wir tatsaechlich unsere Tickets in der Hand, nach Guangzhou am naechsten Tag, fuer 370 Yuan, Hartbetten. Also haben wir den Resttag noch ein wenig mit BeijingUnsicherMachen verbracht. Wir haben uns ein Rad gemietet und sind damit rumgefahren, zu Plaetzen, an denen wir vorher nocht nicht waren. Lustigerweise haben wir auf dem Gipfel eines kuenstlichen beruehmten Huegels, der ueber die verbotene Stadt rausschaut, und voooolller Touristen war, die zwei Neuseelaende wieder getroffen (hab ich von denen schon erzaehlt?). Dieselben waren schon auf dem Schiff nach Yichang, auf dem Zug zurueck nach Xian. Und dann treffen wir sie tatsaechlich unter all diesen Millionen Menschen in Beijing an diesem Fleck! Krass. Wir haben uns dann abends zum Essen in einem von den zahlreichen Foodcourts zum Essen verabredet. War nett :) Vielleicht treffen wir sie in Shanghai wieder.

Von Beijing aus gings dann nach Guangzhou, wo wir mehr oder weniger unverhofft auch noch RuoXing treffen konnten. Ich wusste nich ob das noch klappt, weil ich es irgendwie verpeilt hatte, rechtzeitig vorher nochmal nachzufragen. Aber sie und ihr Papa haben uns dann unglaublicherweise vom Bahnhof abgeholt, er hat unsere Sachen nach Hause gebracht und wir sind mit ihr durch die Stadt spaziert!!! Das war echt nicht schlecht, und absolut unerwartet. Ich wusste vorher, dass wir sie wohl irgendwo treffen wuerden, aber dieses Rundumpaket, was uns dann auch spaeter noch erwartet hat, war echt einsame Klasse. Sie hat uns dann durch die Stadt gefuehrt, mit der Hilfe eines Stadtplans, weil sie, wie sie selbst zugegeben hat, sich selbst nicht so gut auskennt. Naja, ist ja auch ne grosse Stadt, so ganz anders wie Saarbruecken, wie so viel Staedte in China :) Ein paar lustige Details waren, dass wir z.B. aus Versehen kostenlos in einen Tempel (einen sehr schoenen sogar!! und das sag ich nachdem wir in Tibet waren) zur Besichtigung gelaufen sind, weil man uns faelschlicherweise einer deutschen Reisegruppe zugeordnet hat (Ruoxing spricht super Deutsch) und sogar noch deren Fuehrung geniessen konnten. Ein anderes Highlight waren die tollen CD-Maerkte, auf denen man wunderbar importierte (oder besser "vom Laster gefallene") CDs erstehen konnte, fuer im Schnitt 2 Euro. Und die sind ORIGNINAL! Krass fand ich das. Dann sind wir zu ihr nach Hause, wo schon ihre Mutter auf uns gewartet hat. Wir haben auf ihren Vater gewartet, und sind zu einem super coolen Seafood Restaurant gefahren. Ich muss sagen, am Anfang war ich ein wenig skeptisch. Nicht dass ich kein Seafood mag. Allerdings hat mich ein wenig die unfassbar brutale Behandlund der noch lebenden Tiere im Restaurant gestoert. Dort gab es echt ALLES was man so im Meer finden kann, oder allgemein im Wasser. Und vieles moechte ich noch nicht mal in freier Wildbahn sehen. Besonders krass fand ich die Krokodile, die zusammengebunden, und wohl betaeubt sehr traurig uebereinandergetuermt waren. Die Familie hat sich wunderbar um uns gekuemmert, und ich war tierisch froh ueber den Kontakt. Ist schon was anderes wenn man jemanden kennt, und mal nicht im Dorm uebernachten muss. Insgesamt ist dann alles etwas enstpannter aber auch spannender, auch wenn man mal nicht alles selber erkundet. Und am naechsten Tag gings dann nach Hongkong. Die Zugtickest waren vergleichsweise ziemlich teuer. Immerhin haben wir nach Guangzhou nur etwas ueber 400 bezahlt. Nach Hongkong,was quasi um die Ecke ist, "nur" fuer Sitze warens dann 195! Ich geb zu, es war ein verdammt cooler Zug. Man hatte auch auf dem Bahnhof, beim Check-in (ja, wie beim Flugzeug), dass man die ganze Zeit irgendwie auf ein Flugzeug wartet, zumal wir ja auch Ausreiseprozeduren ueber uns ergehen lassen mussten, da Hongkong ja dummerweise faktisch gesehen noch ein anderes Land ist.

Der erste Eindruck war dann ziemlich gut, gruene Haenge, vergleichsweise huebsche Haeuser. In der Stadt (oder besser gesagt in einem der Stadtzentren) wars dann nicht mehr so toll. Zuviele Menschen, nicht dreckig, aber auch nicht sauber, und vorallem extrem enge und laute Strassen. Da rassen riesige Doppeldeckerbusse durch die Strassen mit einer unfassbaren Geschwindigkeit. Im Allgemeinen ist der Verkehr aber recht gesittet, nichts im Vergleich zu China oder Thailand. Man merkt, dass die Briten hier doch einiges an Einfluss gehabt hatten. Das faellt einem auch an viele anderen Stellen auf. Wenn die Fussgaengerampel z.B. Rot zeigt, erwartet man als Europaeer, dass man alle Fussgaenger stehenbleiben. So nicht in China, da nehmen nicht viele diese lustigen bunten Lichter wirklich ernst. Ganz anders wieder in Hongkong, die Menschen sind auf europaeische Massstaebe getrimmt, man wartet. Allerdings waren die Caro und ich mittlerweile an die chinesische Art der Strasse-Ueberquerens gewohnt. Somit liefen wir einfach weiter, war ja Platz, und wurden gnadenlos ausgehupt. "ok ok", aber geandert hab ich mein Verhalten nicht mehr :) Den ersten Tag haben wir in Hongkong komplett mit Shopping verbracht, denn, wie ja allgemein bekannt ist, siehts mit den Steuern in Hongkong rosiger aus als in Deutschland. Je nachdem was man kauft, kann man ein Haufen Geld sparen. Caro hat sich eine Kamera gekauft, und dabei immerhin 200 Euro gespart. Ich hab mir dann kurzerhand ein Handy angeschafft, das aber auch endlich mal ein anstaendiger MP3-Player ist (genauergesagt ist es ein Sony Ericsson Walkman W610c, wers ueberhaupt genau wissen will). Ich hab dabei den groessten Teil der Zeit beanspruchte, weil ich mich zuerst einfach nicht entscheiden konnte, und danach das billigste und beste Angebot haben wollte. Und es gibt dort ne Menge (ich sags nochmal: NE MENGE!) Shops, die zum Grossteil allerdings dasselbe anbieten. Leider kann man hier auch nicht wirklich viel Handeln, bekommt aber meistens noch irgendwelche Geschenke dazu, z.B. ne Speicherkarte, nen zusaetzlichen Akku, Schutzfolien und -huellen. Da beschwert man sich auch nicht, auch wenn ich lieber das Handy billiger gehabt haette. Das war dann auch schon der erste Tag. Das Hotel (ja, diesmal wohnten wir im Hotel, da es keine guenstigen Hostels mehr gab, allerdings trotzdem auch im Billigsten) war echt schlecht. Nicht wirklich dreckig, aber auch nicht sauber, und ziemlich klein. Bezahlt haben wir dafuer knapp 11 Euro pro Nacht, was absout ok ist fuer europaeische Massstaebe, aber ich wie ich schonmal gesagt hab, man wird in China ein wenig geizig weil alles vergleichsweise billiger ist. Am naechsten Tag haben wir uns dann auf den Weg gemacht ein neues Visum zu bekommen. Hab ich das schon erzaehlt? Ich war in Xian ein wenig bloed gewesen, weil ich vergessen hab mir ein Visum mit einem zusaetzlichen Exit/Entry zu besorgen, also quasi einer Erlaubnis China zu verlassen und mit demselben Visum nochmal einzureisen. Daher brauchte ich ein neues Visum. Grossartig, und wieder Geld in den Wind geschossen...Diesmal waren es "nur" 300 HongKongDollar (Visumsgebuehr + Schnellbearbeitungsgebuehr), also etwa 28 Euro, aber Geld ist Geld. Den Rest des Tages haben wir mit HongKong-Sightseeing verbracht. Unser Hotel war auf dem (glaube ich) groessten Teil des Insel-Verbandes, auf Kownlon. Zwecks Sightseeing sind wir nach Hongkong Island gefahren. Dort siehts dann gleich wieder ganz anders, aber auch wieder nicht, aus. Ueberall riesige Hochhaeuser, Einkaufszentren und viele viele Menschen. Und ueberall merkt man den Einfluss der Englaender. Alles, selbst UBahn-Unterfuehrungen oder Bruecken, die von einem Gebauede ins Naechste fuehren, sehen extrem poliert und einfach sehr chick aus. Alles wirkt geordnet, und relative sauber. Die ganze Stadt, inklusive Menschen, Geld und Essen, ist soviel anders wie Festland-China, dass ich mich echt frage, wie man eine Angliederung bewerkstelligen kann. Wie die Caro gemeint hat, im Prinzip muesste man alles "zurueckentwickeln". Ich bin gespannt und hoffe das Beste fuer die Menschen. Denn eigentlich haben diese echte Demokratie erfahren, und werden dieser in knapp 40 Jahren beraubt bzw. eigentlich jetzt schon immer mehr. Sehr sehr schade...Zumal das den Festlandchinesen mehr oder weniger egal ist.

Wie ich schon erwaehnt hatte, bietet Hongkong noch viel mehr. Nach der kleine Tour sind wir in einen Bus gestiegen zu einem der zahlreichen Straende. Und ich muss sagen, selbst nachdem ich in Thailand war, diese Straende sind definitiv nicht schlecht, und eine sehr gute Abwechslung vom Trubel der Stadt sind. So stelle ich mir das idealerweise vor, eine Stadt zum Arbeiten, und ein Strand zum Wohnen :). Ich hab mir spontan eine Wasserschlacht mit ein paar Chinesinnen geliefert und war danach durchunddurch nass...Aber Spass hatte ich :) Leider hats dann irgendwann angefangen zu regnen, und hat so schnell auch nicht mehr aufgehoert. Caro und ich sind zurueckgefahren, in der Hoffnung der Regen verzieht sich bald. Das tat er nicht, und somit sind wir dann ins Kino (Simpsons - der Film; wollten wir eigentlich schon am Abend vorher, aber in dem Kino in unserer Naehe gabs den Film nur auf Kantonesisch :) . War echt schoen und lustig, und ich war immer wieder erstaunt, wie gut das Englisch der Hongkonger (zumindest der "Echten") ist. Wir hatten noch 2 Tage uebrig. Was tun? Urspruenglich war geplant nach Macau zu gehen, auch dort wieder Sightseeing zu betreiben (soll sehr sehr schoen sein, da ein Mix zwischen europaeischer, vornehmlich portugiesischer, und chinesischer Kultur) und einen Bekannten von mir zu besuchen, der dort kurz vor uns ankam und eine Zeit lang arbeiten wird. Spontan haben wir uns dann aber doch umentschieden und sind lieber ins Disneyland gefahren :) Ich kann mir denken, dass jetzt einige unglaebig ihr Haupt schuetteln. Aber erstens war ich noch nie in einem Disneyland gewesen. Zweitens bin ich einfach ein riesen Disneyfan (Winnie the Poooo...) und drittens war es mehr oder weniger das Ende unserer Reise, und wir hatten richtig Lust nochmal was ganz anderes zu machen. Jaja, ich weiss, ein Disneyland gibt es auch bei uns, und Macau nur in China. Aber es im Endeffekt ganz klar die bessere Entscheidung. Auch an diesem Tag hat es wieder die ganze Zeit geregnet, was schon bloed ist, da so ein Park schliesslich auch ne Menge Akktraktionen im Aussenbereich hat. Insgesamt find ich den Park als Park auch nicht wirklich gut. Er ist ziemlich klein, recht teuer (350 Hongkong Dollar) und die Attraktionen mehr oder weniger langweilig, besser fuer kleine Kinder. Ich fands trotzdem grossartig! Besonders die Atmosphaere, die Shows (Koenig der Loewen war genial, und die Mickey-Shows!!!), und das Megacoole Feuerwerk am Ende ueber dem Schloss von Aschenputtel (oder Cinderella). Wahnsinn!!! Am naechsten Morgen wollte wir eigentlich auch noch ein wenig was anschauen gehen (unsere Zug zurueck nach Guangzhou ging um 14:30), allerdings wurde es dann doch sehr sehr knapp, und so haben wir nur ne kurze Fahrt ueber das Meer gemacht, sind was Essen gegangen (singapurisch) und dann ab zum Bahnhof, wieder dieselbe Prozedur mit Zug, Visum und Gepaeckcheck und so weiter. In Guangzhou dann in den Zug nach Shanghai und 22 Stunden spaeter in Shanghai angekommen, nach ziemlich genau 36 Tagen (zumindest fuer mich, fuer Caro sind es dann wohl 38).

Mittwoch, 8. August 2007

Bootsfahrt, Yichang, Xian, Beijing

Ich bin in Beijing (Peking), und es ist glaube ich auch ein guter Zeitpunkt um jetzt dort zu sein. Gerade waehrend ich schreibe, laufen die Feierlichkeiten auf dem Tian an men Platz, weil genau dort in genau einem Jahr die Olympischen Spiele eroeffnet werden. Gestern sind die Caro und ich in stroemendem Regen ueber den kleinen Teil eben dieses Platzes gegangen, der nicht abgesperrt war. Hat ein wenig gedauert, bis wir verstanden hatten, warum denn alles gesperrt ist. Irgendwann haben wir dann einen Haufen Flaggen laufen und marschieren gesehen, da wars dann klar.

Die olympischen Spiele sind hier sowieso sehr praesent. Ueberall sieht man Poster und Schriften, im Fernsehen, auf den Strassen (gerade in der Sekunde hat ein Mega-Feuerwerk draussen angefangen, dass ich nicht sehen, aber sehr wohl hoeren kann, klar, koennten auch wieder die Japaner sein, die Shanghai mittlerweile eingenommen haben und sich jetzt Beijing vornehmen) :) In der Naehe vom Tiananmen findet man dann auch die obligatorische Uhr, die runterzaehlt (noch ziemlich genau 365 Tage).

Gestern sidn wir angekommen, aber wir konnten leider nicht viel sehen, da es in Stroemen geregnet hat, und viele der guten Sachen eben draussen sind. Wir haben uns dann mehr aus Frustration denn aus Interesse das Front gate angeschaut, das ehemals wichtigste Tor im alten Beijing. Darauf steht ein Riesenturm, auf dem der Kaiser gebetet hat. Das war dann alles doch wesentlich interessanter, als ich gedacht hatte und ich hab tausend Fragen gestellt, so dass das von mir genervte Personal (wer ist schon nciht von mir genervt :), sichtlich froh war als ich gegangen bin :) Wir sind dann zurueck zum Hostel (wir sind uebrigens im City center international youth hostel, in der Naehe der Beijing Main Train station, nicht hingehen! Ich mags nicht, zu teuer, und irgendwie nervig...) und dann zu einer Akrobatenvorstellung. Dort haben junge Akteure (etwa 10 - 17) grossartige Kunstueckchen vollbracht, groesstenteils aehnliche Dinge wie in der Show in Shanghai, die, wie fast leider sagen muss, um Laengen besser war. Aber man darf hier auch nicht soviel erwarten. Die "Kinder" haben gezeigt, was sie gelernt haben, und es war trotzdem verdammt genial. Die Shanghaier Show hat einfach in einer ganz anderen Liga gespielt und war auch doppelt so teuer gewesen. Aber die Kiddies waren echt gut, kann man nix sagen. Leider hab ich eben die Shanghaier Show vorher gesehen, ein wenig aergerlich. Ach ja, diesmal hats 100 Yuan gekostet. Bei solchen Shows sag ich mir auch immer "in Deutschland muesstest du dafuer en Haufen Geld bezahlen". Was gezeigt wurde bestand groesstenteils aus Tellerjonglage, Diabolos und ner Menge Koerperakrobatik (krass wie die sich verbiegen koennen).

Heute sind wir dann sehr frueh raus und ab zur Mauer. Wir sind diesmal nicht ueber eine organisiert Tour hin sondern wollten das selber irgendwie mit normalen Bussen machen. Scheinbar waren wir schon zu spaet (7:45) dran. Eine nervige Frau ist uns die ganze Zeit gefolgt auf dem Busbahnhof, und wollte uns ihr Auto andrehen um zur Mauer zu kommen. Am Ende waren wir verzweifelt, und haben andere Westler angesprochen. Die waren Franzosen und wollten tatsaechlich auch zur Mauer, und zwar durch Zufall zum selben Abschnitt wie wir ( es gibt da naemlich mindestens 5 Alternativen). Wir wollten zu einem cooleren Abschnitt, mit nicht zu vielen Touristen, wo man auch noch echte Mauer erleben kann und vorallem Landschaft. Somit sind wir dann tatsaechlich mit den Franzosen und eben diesem Auto zur Mauer gefahren (100 Yuan pro Person hin- und zurueck, allerdings getrennt bezahlt). Wirklich aergerlich ist, dass die Chinesen nie erwaehnen, dass man spaeter noch mehr bezahlen muss. So auch diesmal. Sie hatte gemeint wir sind in zwei Stunden dort. Im Auto meint sie dann ploetzlich wir muessen noch die Autobahngebuehren zahlen. Die waren nicht hoch (35 Yuan fuer das ganze Auto), aber einfach nervig, dass sie es nicht vorher gesagt hatte. Der Eintritt fuer die Mauer hat 50 gekostet, und spaeter nochmal 40, weil wir bis zu einem anderen Abschnitt gelaufen sind. Das war echt ne Tour!! Krass. Ich bin ja schon immerhin zum Tai Shan hochgelaufen, und das war anstrengend (ich erinnere 7000 Stufen), aber die Mauer war noch krasser. Hoch und runter, ueber unglaublig gefaehrliche Wege, aber ne super Aussicht. Leider - ich weiss nicht ob "leider" da das richtige Wort ist - haben wir schon ne Menge coole Aussichten in Tibet gesehen, rein landschaftlich gehts eigentlich nicht besser. Die Mauer war trotzdem krass. Besonders weil sie eben nicht ueberall renoviert ist. Aber wie gesagt, verdammt gefaehrlich. Die Steigungen sind teilweise nicht normal. Wie konnte ein normalerweise kleiner Chinese solche Stufen laufen? Und selbst die normalen Wege ohne Stufen sind z.T. so steil, dass man tierisch aufpassen nicht auszurutschen. Zu allem uebel sind viele Teile teilweise oder sogar komplett zerstoert, so dass das Laufen nochmal erschwert wird. Aber hinterher fuehlt man sich schon gut. Man muee ne Menge Pausen machen, dann gehts. Insgesamt haben wir 4,5 Stunden von dem einen Parkplatz, wo wir gestartet sind, zu dem anderen. Insgesamt sind wir damit 10 km Mauer gelaufen, bei groesster Hitze. Ein paar nervige Sachen gabs auch hier. Zum einen mussten wir auch hier wieder 5 Yuan fuer die Ueberquerung einer Bruecke bezahlen, was wir vorher nicht gewusst hatten. Ausserdem gabs ueberall Leute, die Eiswasser verkaufen wollten. Nach einiger Zeit hatte ich mich dann dran gewoehnt, dass die tatsaechlich in jedem Turm sitzen und einem auf dem Weg begegnen. Im Endeffekt sind es arme Leute, die Geld verdienen wollen. So bringen sie gefrorene Getraenke den ganzen Weg zur Mauer hoch (ob die fuer die Mauer zahlen muessen?). Und laufen da den ganzen Tag rum. Schrecklich, aber besser als manch anderer Job in China. Ein weiteres Hightlight in diese Kategorie hatten wir in einem Kaufhaus, als wie eine Bank gesucht haben. Die war im 4. Stock, also hat man uns empfohlen den Aufzug zu nehmen. Haben wir auch gemacht. Darin sass ein einsamer Mensch an einem Tisch und hat die Knoepfchen fuer die Stockwerke gedrueckt. Das ist mal ein miesser Job. Den ganzen Tag in diesem Ding, hoch und runter, weit weg von jeglichem Sonnenlicht. Ich war auf jeden Fall froh, wieder von der Mauer runter zu sein. Und ja, es gab nicht viele Touristen. Da war ich doch sehr froh drum. Krass, wenn man sie vorstellt wie diese Mauer mal gebaut worden ist. Unfassbar was da fuer Steine rumliegen und aufeinanderliegen. Und das alles im NICHTS! Und die Mauer hat ja auch nie wirklich ihren urspruenglichen Sinn erfuellt, da sie absolut nicht in der Lage war Eindringlinge abzuhalten. Aber sie hat immerhin der Kommunikation (herannahende Feinde konnten ueber die unzaehligen Wachtuerme schnell angekuendigt werden) und dem Transport (Teil der Seidenstrasse) gedient. Ach ja, noch schnell mal ein paar Maerchen aufklaeren. Die Mauer ist schon lange nicht mehr eins. Urspruenglich waren es viele Mauern, die dann zu einer vereinigt wurden, ueber die Zeit aber wieder abgetragen wurde, zum Grossteil, und zum Strassenbau oder Haeuserbau verwendet wurden. Somit gibts jetzt wieder ganz viele mehr oder weniger gut erhalten Stuecke, je nachdem wie zugaenglich diese Teile eben waren. Und: Man kann die Mauer NICHT von Weltall aus sehen, wie viele immer noch behaupten. Der lonely Planet meint, dieses Geruecht wurde endgueltig aus der Welt geschafft, nachdem der erste Chinese im All 2003 die Mauer nicht sehen konnte.

Morgen gehts wohl zur Verbotenen Stadt, wenn's Wetter haelt. Ach ja, ich hab ganz vergessen die Bootsfahrt zu erwaehnen. Was mir da einfaellt ist vorallem, wie geizig ich in China geworden bin. Hier ist natuerlich fuer uns Europaeer alles recht billig, geb ich offen zu. Trotzdem hab ich mir jetzt angewoehnt sogar beim Wasser, dass ich in irgendwelchen Laeden am Strassenrand kaufe um 10 Cent zu handeln. Die Bootsfahrt war ingesamt recht cool und ich werd sie in guter Erinnerung behalten, auch wenn es wieder einige Dinge betreffend Geld gab, die ich einfach nicht vergessen kann. Im Prinzip ist es mal wieder die typische Touristenabzocke (diesmal zum Glueck auch mal fuer Chinesen). Wir wollten die Fahrt eigentlich so guenstig wie moeglich halten, aus vielerlei denke ich verstaendlichen Gruenden. Man muss dazu sagen, dass Reisen in China definitiv guenstiger ist als in vielen anderen Laendern. Fuer ein Hostel mit einfachem gutem Bett im Dorm (also 8 - 15 Betten oder mehr), ner warmen Dusche, Internet und dem ganzen Kram bezahlt man fuer gewoehnlich nicht mehr als 30 Yuan, manchmal, wie hier in Beijing auch mal 40 - 50. Wir reden hier also von geringen Preisunterschieden. Aber wie gesagt, man wird geizig, und ich bin ja schliesslich auch ein armer Student. Wir haben die Fahrt von Xian aus gebucht und auch dort anbezahlt, den Rest dann in Chongqing bei der travel agency. Der Grundpreis waren 530 Yuan. Der Preis beinhaltete ein Bett der 2. Klasse fuer 3 Naechte und 4 Tage. Ausserdem das Abholen vom Bahnhof in Chongqing und den Transport nach Yichang am Ende der Reise. Im Preis sind noch keine Touren drin, und auch kein Essen. Die Touren kamen uns am Ende ganz schoen teuer, insgesamt weiter ueber 500 Yuan. Und manche davon waren definitiv NICHT ihr Geld wert. Unfassbar, wie man da z.T. abgezockt wird. Und fast immer gabs im Nachhinein noch irgendwas wo man nachbezahlen musste oder konnte. Zum Glueck mussten wir nicht mehr viel fuer Essen bezahlen. Wir haben quasi fast nur von kalter Kueche gelebt. Ein wenig Wurst und Brot. Ausserdem hatten wir Babybrei gekauft, den man mit warmem Wasser aufgiessen kann. Macht wunderbar satt, und schmeckt nicht schlecht (und ist guenstig). Das Schiff war super, und so ne Reise auf dem Wasser macht Spass, warum auch immer. Sehr entspannend, man kann viel lesen und die Landschaft begutachten. Der Fluss auf dem wir gefahren sind, war ja der Yangtzi, also genau der, auf dem die Chinesen diesen riesigen schrecklichen Staudamm gebaut haben (den haben wir uns auch angeschaut, RIESIG!!). Insgesamt steigt dadurch der Wasserpegel von urspruenglich 70 auf dann 175 m, wenn denn das Becken mal vollgelaufen ist. Das ist voll krass, wenn man sich das vorstellt. Derzeit fehlen noch etwa 20 m, und selbst da wird noch ne Menge untergehen, was man wunderbar sieht, da ueberall Landmarken angebracht sind, die einemm sagen, wo denn genau 175m liegen. Unfassbar!! Und da liegen bereits ueber 80 m drunter. Somit sind Inseln entstandne, wo es vorher keine Inseln gab und viele viele historische Schaetze einfach im Wasser verschwunden. Keine Ahnung wie die Chinesen das rechtfertigen koennen. Die produzierte Energie reicht gerade mal fuer Shanghai. Anstatt staendig neue Energiequellen zu finden, sollten sie lieber Energie reduzieren. Allein in Shanghai wird soviel Energie z.B. fuer Leuchttafeln verwendet. Wie auch immer, auf der Reise hab ich mit einer Chinesin ein wenig englisch gelernt, mit franzoesichen Lehrern ueber das franzoesische Schulsystem diskutiert und mit Neuseelaendern ueber den Rest. War spassig. Und viele schoene Bilder sind bei rausgekommen, vorallem wegen den grossartigen ( im wahrsten Sinne "gross") Schluchten, die wir durchquert haben.

Ach ja, meinen Reisepass hab ich wieder. War kein Problem.

So, das war mal ein langer Eintrag. Mal gespannt wann ich wieder Zeit finde...

Dienstag, 31. Juli 2007

Lhasa, Xian, Chongqing, Yangzi, Yichang

Das ist mehr oder weniger der Plan der letzten bzw. der folgenden Tage. Wie ich bereits geschrieben habe, sind wir von Lhasa aufgebrochen, mit einem aehnlichen Zug wie wir auch gekommen sind. Allerdings diesmal nach Xian (Terracotta armee), und noch schlimmer, auf Hartsitzen! Insgesamt hat die Fahrt 35 Stunden gedauert, und wir haben tatsaechlich nur Sitze gehabt. War aber insgesamt gar nicht sooo schlimm, schon schlimm,aber es gibt weiss Gott Schlimmeres. Schlafen war nicht besonders angenehm, aber irgendwie gings schon. Den Tag wars kein Problem. Das groesste Aergerniss ist fuer Grossgewachsene, dass man nicht weiss wohin mit den langen Beinen. Chinesen sind im Schnitt einfach ein gutes Stueck kleiner. Das merkt man ueberall, besonders in Bussen, oder eben im Zug. Nervig war, als in Golmud ( da faengt die Tibetbahn an) ein paar besoffene Chinesen oder Tibeter (kann man leider nicht genau sagen) zugestiegen sind. Die haben sich frecherweise mit auf unsere Sitze gequetscht (aber nicht nur auf unsere), rumgegroelt, und Bier gesoffen. Ich hatte zum Glueck Ohrenstoepsel, aber der Athmosphaere hats definitiv nicht gedient. Alle waren in der Zeit schlechter gelaunt, sogar die Chinesen. Gut, die Rabauken sind dann irgendwann ausgestiegen (in Xining) und die Fahrt war wieder ruhig.

In Xian angekommen, mussten wir erstmal unser Hostel suchen. Das war ein Spass, weil die Caro geschickterweise nicht die Adresse abgeschrieben hatte. Wir wussten es heisst Bell Tower International Youth Hostel. Aber geschweige denn, dass die Chinesen dass auf Englisch verstanden haetten ( einen chinesischen Namen hat das Teil natuerlich nicht), haetten die das unter der Vielzahl an Hotels sowieso nicht gekannt. Nach etwa 45 haben wir dann ein Hotel gefundne, in dem man uns helfen konnte. Also nochmal ganz zurueck, quasi dort, wo wir ausgestiegen sind, und schwupp, da wars tatsaechlich! Und ich muss sagen, das war echt mal ein klasse Hostel. Das Personal kann komplett recht gut englisch, und auch sonst war das Angebot absolut einmalig. Gute heisse Duschen, eine geniale Bar mit gutem Essen, Internet, Billiard und sogar Gitarren :) Na ja, Xian ist nicht so mein Fall. Wir haben die klassische Tour mit Terracotta/Armee, Grab von Qingshi HuanDi (der erste Kaiser von China und eben der, dessen Grab durch die Terracotta-Soldaten bewacht wird). Daneben sind wir noch zu irgendwelchen sehr bekannten Hot springs gefahren, die mich allerdings nach unserer schon recht langen Reise nicht wirklcih beeindruckt haben. Recht cool fand ich noch die eigentlich nur zum Geldsparen noetigen Souvenirreisen. Zwei warens diesmal. Einmal gings zu ner FakeFabrik, in der man diesmal tatsaechlich mal sehen konnte, wie der ganze Kram hergestellt wird, insbesondere die Terracotta/Soldaten, Teppische, Kleinkram und Moebel. Fand ich super interessant. Am Ende konnte man das Zeug natuerlich auch noch kaufen, aber das Besondere war eben, dass man mal die HErstellung sieht. Man sagt zwar immer, dass alles nur Fake ist. Aber dass da tasaechlich Chinesen fuer eine Hungerlohn sitzen und alles in muehevoller Kleinarbeit herstellen, vergisst man dabei oft. Genaus dies live vor Augen zu sehen, war schon ziemlich krass. Die zweite Station war eine Seidenfabrik. Diese Tour war noetig, um unser Essen, das im Restaurant nebenan stattfand, ein wenig zu verbilligen. In der Fabrik gabs eine Tour darueber, wie denn Seide hergestellt wird. Das fand ich mal sehr spannend, die kleinen Wuermchen zu sehen, wie sie gezuechtet und am Ende martialisch gekocht werden, nur um an ihre Seide zu kommen, die eben ihren Cokong bildet. Fuer ein einfaches Bettlaken benoetigt man laut unserer InfoDame etwa 80 Cokongs pro Lage und fuer eine Winterdecke etwa 60 Lagen, also insgesamt 4800 tote Wuermchen. Krass, oder??? Am Ende der Tour konnte man dann Seidendecken und auch Seidenbilder kaufen. Eben diese Bilder fand ich besonders cool. Und auch hier sass wieder beispielhaft eine Dame, die in was weiss ich wieviel Stunden, ein Bild gestickt hat. Und fuer diesen Zeitaufwand waren die Bilder echt nciht teuer, was mich trotzdem nicht dazu verfuerht hat, was zu kaufen. Schade, wie ich fast sagen muss. In Shanghai, sag ich mir dann :)

Und dann gings zur obligatorischen Terracotta-Armee. Das Gelaende war verdammt voll, viel zu voll meiner Meinung nach. Und die Armee war mit Sicherheit interessant, aber jetzt auch nicht soooo toll. Viel zu nervig waren diese ganzen Gruppen von drueckenden und draengelnden Chinesen. Ueberall...kein Platz um mal ruhig zu stehen. Trotzdem ist das Ganze hoechst interessant, und wenn man mal kurz Luft hatte, hatte man auch tatsaehclich ein Gefuehl, dass hier was Tolles, Grosses steht, aehnlich wie als ich vorm Colosseum in Rom stand. Leider dauert dieser Moment nur kurz, wenn schon wieder die nachste Gruppe kommt.

Am naechsten Tag mussten wir dann mit Geld und Visum kaempfen. Ich wollte Geld von meinem Konto bei der Bank of China holen, das mir meine Mama ueberweisen hatte. Dummerweise wird in Euro ueberwiesenes Geld in China nicht automatisch in RMB (Yuan) umgewandelt, nein, man muss auf die Bank und das persoenlcih veranlassen. So hab ich das auch 2mal in Shanghai gemacht. Dasselbe wollte ich jetzt in Xian machen. Und dort sagt man mir dann recht schnell, dass das NUR in Shanghai geht. Super, sag ich mir da. Und ich hab wirklcih ne halbe Stunde rumgemeckert und gejammert, dass ich dieses Geld brauche. Leider ohne Erfolg. Was tun? Ich hatte noch ein paar Traveler Checks, aber das wars dann. Da ich leider auch meine EC-Kartennummer geschickterweise vergessen hab, bin ich jetzt erstmal auf die Caro angewiesen, bis ich weider nach Shanghai komme. Das gefaellt mir nicht, wie man sich vorstellen kann, aber anders gehts lieder nicht. Ok, der Tag hattte schon mal gut angefangen. Auf gings zur Visum-Verlaengerung. Sollte kein Problem sein, hatte man uns vorher gesagt. Im Visumsbuero brauchten wir dann auf einmal einen vorher nie erwaehnten Brief von der Uni in Shanghai. Wir waren schon am rennen zum Hostel, um schnellstmoeglich auf teure Weise nach Hongkong zu kommen, um dort ein Visum zu bekommen, als ich die Idee hatte nochmal nachzufragen, was die denn genau brauchen und ob ein Fax ausreicht. Kurz vor Bueroschluss haben wir dann tatsaechlich in Shanghai in groesstem Stress noch jemanden gefunden, der uns eben dieses Schreiben per Fax ins Hostel geschickt hat. Unfassbar...Und dann wurde uns noch mitgeteilt, dass das Visum 5 Werktage braucht. Klasse, immer besser. Was tun? In Xian bleiben? Ne, sagte ich mir. Also haben wir unsere Flussfahrt gebucht, von Chongqing (30 Millionen Einwohner, im Westen Chinas) nach Yichang (kleines Kaff, in dem man den 3-Schluchten-Staudamm bewundern kann). Daher sind wir gestern Mittag eben dahin aufgebrochen. Und so sitze ich jetzt hier im Internet cafe. Heute abend um 10 faerht das Schiff los. Dauert also noch ein bisschen (derzeit 11:27). Viel machen werden wir wohl nciht mehr. Gibt hier aber auch nciht wirklich was zu tun. Wir haben im McDoof gefruehstueckt, da wir derzeit einfach kein chinesisches Essen mehr sehen koennen. Auf der Tour haben wir dann ja sowieso keine Wahl. Mal gespannt, was wir da so erleben.

Wenn wir dann naechsten Montag wieder nach Xian kommen, schnappen wir uns erstmal unseren Pass. Dann gehts weiter nach Peking, danach hoffentlich (sofern alles mit dem Geld klappt) nach Hongkong, Macau und dann, wenn die Zeit reicht, wer weiss sonst noch wo hin.

ich hab uebrigens auch mal spontan ein paar Bilder hochgeladen, nicht viele, und scheinbar ist die Qualitaet laut Caro diesmal auc nicht gut. Ich muss mal meine Linse saubermachen. Schaut sie euch an, und gebt mal ein paar Kommentare. Ich werde dann fruehestens Samstag, oder erst naechsten Montag zum Bloggen kommen.

Ach ja, und ich hab mir den neuen Harry Potter hier in China gekauft. Mal gespannt. Ja nix spoilern, ja?

Mittwoch, 25. Juli 2007

Was macht denn bloss das Randili so?

Und mal wieder ne Ewigkeit nicht gemeldet. Diesmal hatte ich aber auch haufenweise Gruende :)

Ich weiss gar nciht wo ich anfangen soll. Der Hauptgrund ist sicherlich nciht, dass ich keine Lust mehr hatte zu bloggen. Aber irgendwo muss die Zeit dafuer ja abgezwackt werden. Ok, was ist denn so passiert?

Ihr erinnert euch sicher noch, dass ich mal von dieser wunderbaren Reise nach TaiShan angefangen hab zu berichten. Ich bin ja nicht wirklich weit gekommen mit dem Erzaehlne. Ich hoffe ernsthaft, dass ich mal nochmal dazu kommen werde. Auf dieser Reise sind einige erstaunliche Dinge passiert. Das erstaunlichste ist wahrscheinlich, dass ich eine nette Dame kennengelernt hab. Was zunaechst nur eine gute Freundin war, wurde dann eine sehr gute Freundin, und am Ende meine Freundin :)

Ok, jetzt wollt ihr bestimmt wissen, wer diese Dame ist. Ihr koennt euch ja mal meine Bilder anschauen, und raten wers sein koennte. Leider komme ich bis 19.8. nicht dazu Bilder zu aktualisieren. Aber einige Personen haben gemeint, dass es auch so schon recht offensichtlich ist :)

Die erwaehnte Dame heisst Poy und kommt aus Thailand. Sie hat mit mir zusammen in Shanghai Chinesisch studiert, allerdings nicht in derselben Klasse. Ich hab sie wie gesagt auf dieser Reise nach TaiShan kennengelernt und im Nachhinein z.T. bis zu 6stuendige Gespraeche gefuehrt :) Wie auch immer, natuerlich ist sowas schon verdammt schwer, da sie ja nicht nur aus nem anderen Land kommt, sondern auch noch aus einem voellig anderen Kulturkreis. Dazu kommt,dass sie am ersten August in die USA fleigt, um dort ihren Master in Finance Engineering zu machen. Also, wenn das nicht eine Fernbeziehung ist :) Ich weiss, dass das verdammt schwer ist und sogar noch viel schwerer werden wird. Aber wir haben uns nach einige Wochen harten Ueberlegens dafuer entschieden, es zu versuchen, und das tun wir jetzt auch.

Dementsprechend wenig Zeit hatte ich zum bloggen. Ich hoffe, ihr koennt mir das verzeihen. Poy ist dummerweise schon recht frueh (einen Monat vor Semesterende) nach Thailand zurueck, eben weil sie in die USA geht, und ihr Vater wollte, dass sie noch ein wenig Zeit mit der Familie vorher verbringt. Daher haben wir dann schonmal angefangen, ne TelefonBeziehung zu fuehren, was bisher auch erstaunlich gut funktioniert hat.

Und dann wurde es interessant. Dominik bekam Besuch. Ein Freund, Kim, der mal eben schnell innerhalb eines Jahres die ganze Welt besuchen will und in Shanghai angefangen hat. Der hat mir dann so ganz nebenbei erzaehlt, dass er fuer 250 Euro von Bangkok nach Shanghai geflogen ist und auch wieder zurueck fliegt. Da hab ich mir gedacht, "oh, das ist ja doch nicht so teuer wie ich die ganze Zeit gedacht hab", und hab alles moeglich in die Wege gesetzt, und bin dann tatsaechlich am 30.6. nach Bangkok geflogen. Das Semester in Shanghai war natuerlich noch nicht zueende, aber das war kein Problem. Die Klausuren sind fuer mich nicht wichtig, da ich ja nicht nach China bin, um diese Kurse zu bestehen. Chinesisch hab ich ne Menge gelenrnt, und ich kann mich wunderbar unterhalten. Das Zertifikat, dass ich am Ende bekommen haette, sagt nur, dass ich an eben diesen Kursen teilgenommen hab, nur leider nicht auf welcher Stufe. Also ist es voellig wertlos. Ich bin dann also zwei Wochen vor Semesterende abgeflogen, und hab so meine Zeit in Shanghai vorzeitig beendet. Die WOche vor Abflug war dann auch dementsprechend stressig, weil ich mich von ewig vielen Leuten verabschiede musste, und viele viele Dinge vorbereiten musste. Denn es war so geplant, dass wir (Caro und ich) direkt nach meiner Rueckkehr nach Tibet aufbrechen. Trotzdem wars ne super Woche, voller AllyouCanEat/Essen und Abschiedsparties. Herrlich! aber tierisch anstrengend.

Ok, und dann gings nach Bangkok, wo Poy auch wohnt, mit ihrer Schwester und ihrem Papa. Insgesamt war ich zwei Wochen dort. Und es war ne super Zeit...was soll ich da gross erzaehlen? Sie hat mir Bangkok gezeigt, und ein wenig Thai beigebracht. Ausserdem haben wir ein paar Ausfluege rund um Bangkok gemacht, natuerlich auch zu einem von den vielen tollen Straenden. Auf alle Faelle wars ne super Zeit, die uns nochmal einander viel naeher gebracht hat. Alles weitere muesst ihr mich dann leider fragen :)

Und dann gings Schlag auf Schlag. Am 14.7. bin ich morgens um 1:45 zurueck nach Shanghai geflogen, und dann direkt weiter nach Chengdu, im Westen Chinas. Da hat die Caro schon auf mich gewartet, und dann sind wir in den Zug nach Lhasa eingestiegen. Das war ne recht interessante, und vorallem verdammt lange Zugfahrt...insgesamt 44 Stunden. War aber nett, weil man da immer mit Chinesen reden kann (sofern man es kann) und man ja schliesslich auch ein Bett zum schlafen hat (und Sauerstoff wegen der Hoehe, wenn man ihn brauch). Ausserdem hat man ja ne super Landschaft, bzw. ne Menge super Landschaften, die da an einem vorbeibraussen. Sobald ich die BIlder onine stelle, werdet ihr mir bestimmt recht geben. Am 16. kamen wir dann erschoepft aber gluecklich in Lhasa an. Ich war erstaunt, dass es mir so gut ging, nachdem ich soviel Horrormaerchen gehoert hatte, Hoehenkrankheit eben. Waehrend der Zugfahrt gings mir Zeitweise ein wenig uebel, aber insgesamt wars ok. Kopfweh, das mit einer Tablette beseitigt war, mehr oder weniger. In Lhasa angekommen (auf 3200m Hoehe) sind wir dann erstmal zu unserem Hostel aufgebrochen.

Und jetzt wirds kompliziert. Wenn ich jetzt alle meine Eindruecke von Tibet hier bericht, bin ich noch in zwei WOche nicht fertig. Von daher halte ich mich ganz kurz und werde das hoffentlich spaeter nachholen koennen. Tibet ist toll, aber leider nicht so toll wie man es sich vorstellt. Die Chinesen haben ne Menge kaputt gemacht, vorallem viel von der Athmosphaere. Es wird kraeftig gebaut, ueberall, und es sieht alls mehr und mehr Chinesisch aus. Die chinesische Flagge sieht man ueberall. Und seitdem der Zug nach Lhasa faehrt, kommen mehr und mehr Chinesen nach Lhasa, und nehmen den Tibetern die spaerlichen Jobs weg. Trotzdem sieht man schnell wer Tibeter ist, und wer nicht, vorallem durch die Kleidung. Soviele interessante Sachen sind hier passiert...die mich dann doch noch umgestimmt haben, so dass ich Tibet mittlerweiel doch mag. Allen voran die tollen Menschen hier, die einem immer entgegenlachen (besonders wenn ich mit meinen geringen Tibetisch/Kenntnissen glaenze), und der Sweet Tea (Milchtee plus Zucker), den man hier kannenweise billig trinken kann. Ok, was haben wir hier so gemacht? Wir haben uns alles wichtige in Lhasa angeschaut (inklusive Potala palace, das riesige Ding, das man von den Bildern kennt), sind zu nem See gefahren (Namtso lake) und dann zu ner 5tages Tour zum Mount Everest aufgebrochen. Und jetzt gerade sitze ich in einem Internet Cafe in Shigatse, der zweitgroessten Stadt Tibets. Die Tour ist cool, und morgen sind wir zurueck in Lhasa. Dann gehts direkt weiter nach Xian, da wo die TerraCottaArmee steht. Allerdings gabs keine Betten mehr, also haben wir Sitze gekauft. 35 Stunden, 30 Euro :) Das wird der absolute Horror!!!

So, ich denke mal, das war fuer den Anfang nicht schlecht. Vielleicht schreib ich mehr, wenn ich Xian angekommen bin, ansonsten spater, vllt von Hongkong aus :)

Viele Gruesse an die braven Leser, und bis Bald hoffe ich

Freitag, 15. Juni 2007

Ferien in China (Tag 65 - 73)

Ich hatte Ferien. Oder sagen wir mal nicht nur ich. Insgesamt so etwa...hm, ja, so etwa ganz China :)

Das macht Ferien dann doch wieder anstrengend. Denn eigentlich ist man ja in einem anderen Land und könnte solche Ferien mal zum Reisen benutzen. Das das nicht wirklich was wird, kann man sich gut vorstellen. Denn natürlich denken auch die Chinesen so. Dementsprechend übel ist es auf den Straßen. Zumindest da wo irgendwas Bekanntes und Tolles ist, wie z.B. in Shanghai :) Aber eigentlich auch überall anders. Daher hab ich meine Reisepläne umstrukturiert, und bin doch mehr oder weniger hier auf dem Campus geblieben. Das Wetter war auch nicht so gut, dass ich wirklich was vermisst hätte. Um ehrlich zu sein, es war die meißte Zeit über ziemlich besch....Viel Regen, und Wind, gemischt mit Sturm und Blitz. Das Wetter ist absolut nicht einzuschätzen. Ist es mal wieder warm, dann gleich so heiß, dass es ein zwei Tage später wieder Sturmwarnung gibt. Dann ist es wieder einen Tag richtig kühl, dann gibts einen Tag zum Übergang, dann wieder einen heißen, und das Ganze fängt von vorne an. So ist es eigentlich seitdem ich hier bin. Ziemlich nervig. Fühlt euch glücklich in Deutschland. Heute sinds hier auch mal wieder über 30 Grad, aber das hält ja nicht lange. Und 30 Grad fühlen sich hier gleich immer ziemlich übel an, speziell in Shanghai. Viel Verkehr, viele Menschen. Das ist kein Spaß...

Ok, den letzten Abschnitt hab ich vor knapp nem Monat geschrieben. Mittlerweile hat sich das Wetter doch wieder ein wenig gebessert... Es ist jeden Tag mehr oder weniger warm, allerdings immer noch recht feucht. Die hohe Luftfeuchtigkeit hier ist manchmal fast nicht auszuhalten. Zum Glück sind alle Zimmer mit ner Art Klimaanlage ausgestattet, die aber eigentlich keine Klimaanlage ist. Denn es kommt nur kalte Luft raus, mehr nicht, wie ein Ventilator. Aber durch das Teil ist es hier in meinem Zimmer wenigstens auszuhalten. Allerdings lässt es einen nach einer gewissen Zeit glauben, dass es draußen auch so kalt ist. Und dann geht man raus, und wird fast erschlagen von der feucht-warmen Luft. Naja, man gewöhnt sich daran, dass man sich an nichts gewöhnen kann hier. Aber ist schon ok. So ist jeder Tag ein neues Abenteuer...Die letzten drei Tagen gabs z.B. zur Abwechslung mal wieder nur Regen. Morgen solls dann wieder besser werden, angeblich :)

Aber jetzt nochmal zurück zu den Ferien. Was hab ich denn da so gemacht? Tja, sind ja jetzt schon ne Zeitlang rum (heißen nicht ohne Grund Mai-Ferien...). Ich kann mich noch erinnern, wie ich mir vorher unheimlich viel Stress gemacht hab, in der Zeit unbedingt reisen zu wollen. Wir hatten eine Woche frei, da wär ja doch Zeit um mal was anderes als nur Häuser und Menschen zu sehen. Aber da eben jeder frei hat, macht das dann doch nicht soviel Spaß. Somit bin ich dann dageblieben, und hab andere schöne Dinge gemacht. Zunächst mal hatten wir noch Unterricht. Denn wegen den Maiferien wurde Unterricht vorgezogen, so dass wir dann tatsächlich Samstags und Sonntags Unterricht hatten, so ne Schweinerei...Gut, ich bin dann Sonntags auch (aus Protest) nicht hin :) Samstags war ich, glaub ich. Ok, und dann gabs Ferien.

Und das war auch gut so. Denn nach zwei Monaten ununterbrochenem Neuem war so ne kleine Pause mal gar nicht schlecht. Doch was macht man da? Ziemlich viele sind dann doch auf Reisen gegangen, und Shanghai finde ich einfach nicht so wirklich spannend. Und dann war auch noch das Wetter schlecht. Also hab ich das Beste drauß gemacht, und mehr oder weniger jeden Tag mit Caro und Dominik verbracht. Zumeißt spät aufgestanden (die Zeit genossen :), zum Mittagessen gegangen, irgendwohin was Besonderes essen, dann weiß Gott was gemacht, oft gelernt (ja, ich war tatsächlich mal wieder fleißig), und dann abends einen Film geschaut. Denn wie ich schon mehrfach erwähnt hab, sind DVDs hier einfach spottbillig. Und die Auswahl ist einfach enorm. Da kauft mal schnell einfach ein paar Filme mehr. Das größte Event - soweit ich mich noch erinnern kann - war, dass wir mit Luis, Tomoko und Rui zusammen nach Hangzhou gefahren sind. Da blogg ich nach diesem Eintrag kurz drüber, weil das doch recht nett war.

Ja, und dann waren die Ferien auch schon wieder rum, und man musste sich wieder an den Alltag gewöhnen.

Sonntag, 10. Juni 2007

Da bin ich wieder

So,

ich denke, jetzt hab ich endlich wieder Zeit. Eigentlich hätte ich auch schon ab Freitag Zeit gehabt, so wie ich es gesagt hab, aber irgendwie hab ichs dann doch nicht geschafft, mich dazu rumzukriegen, wieder mal was zu schreiben. Dafür hab ich jetzt wenigstens die neuen Bilder alle geordnet und hochgeladen, also, wenn ihr mal nix zu tun habt, es gibt en Haufen neuer Bilder. Mit den Videos komm ich da nicht so schnell nach, das werd ich mit der Zeit erledigen. Aber jetzt wird auf jeden Fall erst mal wieder ein wenig gebloggt.

Der Endspurt steht an. Noch 4 Wochen Kurs. Wies dann weitergeht, weiß ich noch nicht. Vielleicht bleib ich sogar noch ein Semester, keine Ahnung. Irgendwann komm ich aber auf jeden Fall zurück, ihr werdet schon sehen. Leider, sorry, dass ich euch enttäuschen muss. Aber ich bin noch nicht genug Gehirn-gewaschen...

naja, auf jeden Fall leg ich jetzt mal wieder los...

Danke für euer Interesse.

Sonntag, 3. Juni 2007

Durchhalten!

Hier bin ich mal wieder. Ich schreibe diesen Eintrag, um euch wissen zu lassen, dass ich leider doch noch da bin. Ich bin seit einem Monat fast gar nicht mehr an meinem Computer und wenn dann nur um kurz Mails zu checken. Fuer ein Blogeintrag, dazu noch mit Bildern hab ich definitiv keine Zeit gehabt. Das wird sich definitiv ab Freitag aendern. Dann koennt ihr wieder mit spannenden Geschichten aus dem Leben des Randili rechnen. Und es haben sich ne Menge Geschichten angesammelt, kann ich euch sagen, oh ja...Und vorallem auch ne Menge Bilder, die ich auch nciht mehr hochgeladen hab. Also, nicht aufgeben. Ich schick dann auch nach dem ersten Eintrag nochmal ne Mail rum, um euch zu erinnern :)

Ein paar Sachen kann ich ja grad noch loswerden. Das Semester hier neigt sich jetzt mehr oder weniger dem Ende zu. Ich haette definitiv mehr lernen koennen. Aber hier ist einiges passiert das etwas mehr Prioritaet verlangt hat. Und ich hab auf jeden Fall ne Menge gelernt, kann mich mit Chinesen unterhalten, und sie verstehen mich. Es koennte natuerlich besser sein. Aber fuer mich ist es absolut ausreichend. Somit muss ich nun anfangen fuer die Zeit nach dem Semester zu planen, das ist immer noch alles sehr in der Schwebe, inklusive Praktikum. Sogar die Ueberlegungn noch ein Semester zu bleiben, ist nicht komplett vom Tisch. Wird sich innerhalb der naechsten zwei Wochen zeigen, weil ich mich dann entscheiden muss. Mal schaun.

Also, nochmal: Nicht aufgeben. Ich komme bald wieder, diesmal sogar recht bald. Und dann geb ich Gas beim Bloggen, Hab ne Menge zu berichten :)

Dienstag, 1. Mai 2007

Aufholjagd

so, da melde ich mich dann mal zurück. 3 Wochen war ich mehr oder weniger nicht verfügbar, und auch vergleichsweise selten an meinem PC. Es wäre zu schwer alles im Detail zu berichten, daher werd ich mich auf die Highlights beschränken. Das sind auch schon genug.

Trotzdem möchte ich mal nen kurzen Zwischenstand abgeben, bevor ich dann mit den einzelnen Events loslege. Diese drei Wochen waren verdammt interessant. Ist ne Menge passiert. Ich war zwar einen Großteil davon immer wieder mal ein wenig krank, aber es war nur am Anfang nötig das Bett zu hüten. Ich hab meinen Unterricht ziemlich schleifen lassen, und trotzdem viel gelernt. Ich kann mir schon gar nicht mehr merken, wer mir alles gesagt hat, dass mein Sprachlevel über meinem Klassenlevel liegt. Ich finde, das lässt doch auf die Zukunft hoffen :)
Aber wie gesagt, für die Kurse hab ich nicht viel gelernt. Mit dementsprechend wenigen Erwartungen bin ich dann auch in die Klausuren gegangen. Die sind dann aber erstaunlich gut ausgefallen. In Reading hab ich 93% und in Listening 87%, Speaking weiß ich noch nicht, war aber ne gute Prüfung. Insgesamt war alles wesentlich leichter, als ich gedacht hatte. Vorallem Listening war echt machbar. Die haben extra ein langsam gesprochenes Tape aufgenommen, und man musste immer zwischen drei Möglichkeiten wählen bei den Antworten. Entweder kommt das Zeichen in dem vorgelesenen Satz vor oder nicht. Am Ende wurden mehrere Texte vorgelesen, und man musste Fragen beantworten, recht gemeine sogar. Da wurde von einem Ehepaar erzählt, dass sich Kinder wünscht, vielleicht 2 oder drei haben will. Und am Ende wurde gefragt, wieviele sie denn jetzt haben. Das war aber definitiv nicht leicht zu hören gewesen. Na ja, wie gesagt, war aber einfach. Und das obwohl ich NICHTS dafür gelernt hab :) muss ich ja zu meiner Schande zugeben. Ich glaub das war das erste Mal, dass ich echt faul war und trotzdem mit nem guten Gefühl in eine Klausur gegangen bin. Jeder muss für sich selber den gesunden Mittelweg zwischen Pauken und angemessener Faulheit finden. Oft lohnt es auch nicht zu lernen, da das meiste nur Kurzzeitwissen ist, und man es doch wieder vergisst, und für die Klausur meißt gar nicht braucht. Ich hab hier auf jeden Fall meine im letzten Semester in Deutschland begonnene Strategie fortgesetzt. Jaja, fürs nächste Mal werd ich wieder mehr machen. Die Mitsemester-Klausuren zählen auch nur 30% der Endnote. Also keine Bange. Ich möchte jetzt keine "Du solltest aber mehr lernen, und über allem anderen nciht die Uni vergessen"-Mails bekommen, ok? :)

Soviel zu den Klausuren, wie gesagt, sehr einfach. Speaking war einfach ne mündliche Prüfung, mit nem anderen Mitschüler zusammen. Ich hab mit Bohee zusammengemacht:

Von 6.4.07 Wo men...


Die ist sehr engagiert - ok, sie will später mal mit Chinesisch arbeiten, in der Tourismus-Branche - und es war ne gute Prüfung. Nur reden und was vorlesen, das kann ich mittlerweile echt ganz gut. Ich hab da wohl schon so ein kleines Sprachtalent, wie ich auch schon in Serbien gemerkt hab.

Was mir hier insgesamt sehr viel Spaß macht, sind die verschiedenen Nationen. Man kommt nicht umhhin, sich mit den Nationen und deren Besonderheiten auseinanderzusetzen. Und wer will, kann davon noch mehr haben. So kann ich jetzt immerhin auf Koreanisch, Japanisch und Thailändisch zählen. Auf Koreanisch kann ich sogar schon ein paar Sätze sagen, und mich vorstellen :) und auch zwei Liedchen trällern. Thailändisch ist auch auf nem guten Weg. chinesisch erwähn ich jetzt mal nicht :) Das macht mir fast am meißten Spaß hier, diese ganze kleinen Eigenheiten zu lernen, denn es gibt haufenweise Unterschiede, vorallem auch was das Aussehen angeht. Koreaner sind z.B. ein ganz besonderes Völkchen. Schwierig wirds dadurch, dass so viele Übersee-Chinesen oder Chinesen, die in dritter Generation woanders leben, gibt. Eigentlich sind das ja keine Chinesen mehr, aber sie sehen wie Chinesen aus. Die lassen sich dann oft schwer zuordnen. Einige Male schon sind mir seltsame Situationen passiert. Da steht dann eine Chinesin vor dir, und ich frage wo sie herkommt, und sie sagt Spanien, oder Frankreich. Und ich versteh die Welt nicht mehr :)

Und ich bin sowieso grundsätzlicht erstmal Engländer, hautpsächlich wegen meinen Haaren. Und keiner nimmt mir meine 23 Jährchen ab. Meistens werd ich älter geschätzt. :(

Mittlerweile hab ich auch keine Scheu mehr mich mit meiner Gitarre vors Wohnheim zu setzen, und meine Liedchen zu trällern. Wie auch immer, mittlerweile brauch ich echt immer 1 stunde, wenn ich nur mal kurz auf mein Zimmer rauf will, was holen, oder hinbringen. Denn dummerweise (oder auch nicht :) ist die Lobby des Wohnheims DER Treffpunkt für uns internationale Studenten. Da gibts einen ziemlich großen Bereich, in dem man lernen kann. Oder einfach nur quatschen und Leute treffen. Und mittlerweile kenn ich sooooo viele Leute, dass ich meine Freunde hier immer aufhalte :) , wenn wir mal irgendwo hin wollen. Als ob mir das was ausmachen würde :)

Und ich treff auch immer mehr Deutsche. Wer hätte es gedacht, es gibt sogar einen Saarländer! Ich mein, neben mir und der Caro, noch einen! Die Welt ist klein. Michael Kelber ist sein Name, erzählt mir wenn ihr kennt. Würd mich interessieren über welche Verbindungen wir miteinander bekannt sind.

Und mittlerweile hängen wir auch fast immer mit dem Herrn Pelzer (Dominik) genannt herum. Ist eigentlich ein Frevel mit jemanden Zeit zu verbringen, der diesen Nachnamen hat. Ich mein, er kommt zwar aus Stuttgart, aber trotzdem :)

Von 6.4.07 Wo men...


So sind wir jetzt ein Dreigespann. Er ist übrigens vorgestern hier eingezogen. Vorher hat er außerhalb, 30 Minuten Fußmarch weg, gewohnt. Ist doch einfacher so :)

Ja, ansonsten? Ich produziere fleißig Musik und versuche mich auch mal an Lyrics. Ich bin ja so frei meinen Notebook hier zu haben. Zentrales Kommunikationsmedium nach außen und vorallem Musikanlage. Ach ja, ich hab jetzt übrigens die neueste Ubuntu-Version drauf: Feisty Fawn. Funktioniert wunderbar, so muss das sein :)

Ach ja, ich war immer noch nicht im H&M gewesen. Aber es scheint der absolute Kracher zu sein, zumindest für Chinesen. Ewig lange Schlangen, man muss anstehen, um in ein H&M zu kommen! Ok, aber man muss auch für den PizzaHut anstehen :) Mittlerweile gibts sogar schon zwei H&Ms, eins in der Nähe und eins in Pudong. Als ich Kleider kaufen war, war das in Pudong leider noch nicht auf. Somit bin ich gezwungenermaßen ins C&A. Aber das war auch ganz ok. Auch gerade frisch eröffnet, und recht nett aufgemacht. Natürlich wieder im Mega-Kaufhaus, Super Brand Mall. Die Sachen sind wirklich gut und waren nicht teuer. Ich hab mir dann dort auch noch ein Paar Converse gekauft ("Cons). Ich denke ihr wisst wie verdammt teuer die in deutschen Landen sind. So zwischen 70 und 100 € soweit ich weiß. Und hier - haltet euch fest - 25 €! Die Originalen! Ist mein erstes Paar, und besonders bequem sind sie nicht, definitiv nicht. Aber schön :)

Mittlerweile hab ich auch ein anderes gutes Restaurant entdeckt: Hello Pizza :) Das ist glaub ich diesselbe Kette wie in Deutschalnd. Super günstig (10Yuan für die billigste, maximal 40, also 1 - 4 €). Man wird satt und es schmeckt super!!! Krass, kann ich da nur sagen. Und eine willkommene Abwechslung. Ok, ich geb zu, in der letzten Woche hab ich wenigstens 4 Mal dort gegessen :)

Letzten Freitag waren Caro, ich und Dominik in einem japanischen Restaurant, ganz in der Nähe. Und das ist auch von außen schon ein wenig feiner. Die Karte hat echt gesalzene Preise, dafür ne riesige Auswahl, auch an nicht-japanischem Essen. Und es gibt sogar Sushi :) Und das ist ja bekanntlich verdammt teuer. Uns wurde dann angeboten, dass jeder 138 yuan zahlt, und dann essen und trinken kann was man will. Das muss man sich erstmal nochmal genau vor Augen führen. Essen UND trinken! Und das Essen ist verdammt teuer, da bezahlst du schon für ein wenig Sushi ein paar Euro. Und das in China. Wir haben das dann natürlich alle drei gemacht, und ich muss ehrlich zugeben, es war das bisher beste Essen hier! Richtig gut war das Rinderfilet, das tatsächlich ohne Knochen herkam, also ganz anders als das übliche chinesische Essen :) Aber mittlerweile hab ich mich ja schon an das Essen gewöhnt, aber wie gesagt, so ein wenig Abwechslung von Zeit zu Zeit ist nicht schlecht.

ok, soviel erstmal fürs Erste. Wie gesagt, jetzt kommen noch die Highlights. Und eigentlich gäbs mal wieder viel zu viel erzählen. Diese ganzen kleinen dinge, die man oft auch nicht unbedingt bewusst wahrnimmt, oder direkt wieder vergisst. Soviel!

Ach ja, ich wollt euch noch spontan für eure Treue danken. Trotz dass ich drei Wochen nicht verfügbar war, ist der Counter doch gestiegen, ein ganzes Stück. Ich bin echt erstaunt. Und es gab ja sogar ein paar aufmunternte Kommentare! Ich danke euch. Ich hoffe ich kann euch noch ein paar interessante Dinge vermitteln.

Samstag, 7. April 2007

Ausflug zum Botanischen Garten, Disko (Tag 36)

"So, hier folgt er nun endlich, Tag 36, den ich besonders schön fand. "

Dummerweise hab ich diesen Satz schon vor einiger Zeit geschrieben, und seither als Entwurf gespeichert gehabt. Ok, dann schreib ich doch mal schnell was dazu.

Woran kann ich mich denn noch erinnern? Also den ersten Teil des Tages haben wir (ich, Caro, Luis, Tomoko, Tomoe) im botanischen Garten von Shanghai verbracht. Das Wetter war nicht wirklich gut, aber immerhin hats nicht geregnet. Der Regen war aber angekündigt. Aber man muss ja mal raus aus dem ganzen Trubel. Wie ich schonmal erwähnt hab, mag ich die Parks in China, weil sie wirklich ein Rückzugsgebiet aus dem ganzen hektischen Trubel der Stadt sind. Man fühlt sich oft wie in einer anderen Welt. Der Eintritt für den hier war sogar noch ziemlich teuer, weiß aber nicht mehr wieviel. Drinnen angekommen gabs aber leider (noch) nicht soviel zu sehen, da noch schwer gearbeitet wurde. Neue Rasenstücke:

Von 31.3.07 Ausfl...


und ewig viele kleine "Enklaven", die man später wohl mal mieten kann.

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Insgesamt sehr hübsch. Wir haben dann halt gemacht an einem kleinen Platz, auf dem es auch Grillplätze gibt. Picknick :)

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Ach ja, auf den Bildern hab ich ja noch lange Haare. Und ich hab irgendwie das Gefühl, dass ich aussehe als hätte ich etwas zu mir genommen, was ich nicht hätte zu mir nehmen sollen :)

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Aber ich bin doch ein braver Junge, wisst ihr doch :)

Jup, und dann gabs Essen, das Tomoko und Tomoe freundlicherweiße vorbereitet hatten.

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Und wer mich kennt, weiß, dass ich nie ohne meine Gitarre aus dem Haus gehe. Und ich China ist das sogar noch schlimmer geworden. Somit hatte ich sie auch diesmal dabei.

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Und Tomoko als waschechte Japanerin hat mir natürlich tagkräftig geholfen..

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Und wie's halt ist, kann ich's einfach nicht lassen, arme unschuldige Schulkinder zu nerven...Zuerst bin ich mit Tomoko zu ner Gruppe von Schuljungs (10 Jahre) und hab mit den mutigen den Zulu getanzt. Wie, ihr kennt den Zulu nicht? Dann schaut euch mal das hier an. Das hab ich wenig später mit ein paar Schulmädels aufgenommen.



Von 31.3.07 Ausfl...


Von 31.3.07 Ausfl...


Danach haben wir noch ein wenig mit diesen Mädels getratscht, und sie nach ihrem Schulleben befragt. Schon sehr interessant. Sie haben uns sogar ihren Tanz vorgeführt, den sie jeden Morgen als Morgensport machen müssen.

Anschließend haben wir deutsches und chinesisches Liedgut ausgetauscht. Spaßig :) Und natürlich sind wir auch ansonsten DIE Highlights in dem Park gewesen. Ich mein, der Zulu hat die Leute schon auf uns aufmerksam gemacht. Aber auch so kamen gern Eltern mit ihren kleinen Sprösslingen zu uns, um mal vorzuführen.

Von 31.3.07 Ausfl...


Von 31.3.07 Ausfl...


Das ist noch gar nicht mal ein Witz. Ist mir jetzt schon einige Male passiert. Wenn Eltern sehen, dass wir ihre Kinder mögen, dann werden diese regelrecht dazu gedrängt "hello" zu sagen, sich zu uns zu drehen und freundlich zu lächeln, damit wir auch ja schöne Bilder machen können. Und das obwohl die Kinder eigentlich nie mögen. Find ich echt krass.

Tja, ansonsten wars ein schöner Nachmittag, kulturell angehaucht :)

Von 31.3.07 Ausfl...


Später am Tag hab ich glaub ich noch ein wenig gelernt, da war ich noch ein guter Student.

Abends hat mich Luis gefragt, ob wir noch mit in einen Club kommen wollen. Ich hab mir gedacht, ja, komm, einmal. Ich mag das ja eigentlich nicht. Laut, eng, schreckliche Musik, und noch teuer dazu. Aber es kommt ja auch vorallem auf die Leute an. Also bin ich mit. Ebenso einige andere aus dem Wohnheim. Ich erzähl jetzt nicht die ganze Story, da hör ich nie mehr auf. Im großen und ganzen wars ganz nett. Aber viel zu teuer, weil man dann doch immerhin 80 Yuan Eintritt zahlen musste, und die Getränke verdammt teuer waren. Und die Musik war der absolute Horror, z.T. ein Mix zwischen Elektro und chinesischem HipHop. Schrecklich...Und viel zu laut...Und ich frag mich schon wer die ganzen Chinesen waren. Denn das ist ja doch ein ganz schön teurer Spaß. Und mittlerweile, nachdem ich auch noch in einem anderen Club war, merkt man schon, dass es hier recht viele recht wohlhabende Chinesen gibt, die ihr Geld mehr oder weniger rausschmeißen. Aber das gibts ja überall. Der größte Teil der Leute in diesen Clubs besteht aber aus Ausländern, denke ich. Aber ich kann nur empfehlen: verzichten! In dem anderen Club (Bonbon) bezahlt man als Mann sogar 120 Yuan. Ok, dafür ist dann der Alkohol for free. "Super", denk ich mir dann. Die Cola kostet dann trotzdem nochmal 3 € extra. Nix für mich. Interesanterweise gibts immer irgendwelches engagiertes Personal, um Stimmung zu machen. Im Bonbon z.B. war ne Gruppe von Rappern, einer war Ami. Die sind dann alla MTV publikumswirksam durch die Gegend gehüpft und haben Geld in die Menge geworfen ("money,money...").

Ok. soweit dazu. War trotzdem ein sehr schöner Tag, wie ich schon in meinem ersten Satz gesagt hab.

Dienstag, 3. April 2007

Widerstand in China und Mindestlohn

Ist wieder viel passiert, aber ich bin zu faul zu bloggen. Kostet ja auch immer ganz schön Zeit.

Hier mal zwei nette Links.

Der erste ist mal wieder ein Spiegellink und beschäftigt sich mit dem Ende eines kleinen Kampfes in China. Sehr interessant, zumal ich das schon ne Zeit lang vorher gesehen hatte. Jetzt das Ende:

http://www.spiegel.de/wirtschaft/0,1518,475403,00.html


Der zweite Link verweist auf eine Super-Seite wenn es um Shanghai geht. Denn es ist in Englisch, und liefert ewig viele Infos zur Stadt. Also, wer dran interessiert ist: www.shanghaiist.com

Der Link selber zeigt was "Mindestlohn" in China heißt:

http://www.shanghaiist.com/archives/2007/04/01/mcdonalds_kfc_a.php

Also, selbst der staatlich verordnete Mindestlohn von 7 Yuan (70 Cent) ist noch ziemlich krass. Lest den Artikel, ist kurz und gut. Und da gibt es auch noch viel mehr zu entdecken. U.A. auch ein Bericht über die baldige Eröffnung der H&Ms :)

Freitag, 30. März 2007

noch ein paar Eindrücke und wieder Gitarre (Tag 35)

he, ich schreib gleich zweimal hintereinander was! Erstaunlich. Aber diesmal wirds kurz. Hier ists 1:17 in der Nacht und ich bin tierisch müde. Aber hab grad noch Lust was zu schreiben, allerdings ohne Bilder. Zu faul...

ist euch aufgefallen, dass wir jetzt "nur" noch 6 Stunden auseinander sind? Denn in Deutschland wurden ja die Uhren umgestellt. Tja, weniger wirds leider nicht mehr. Und die Rückumstellung bekomm ich auch nicht mehr mit, denn das ist am letzten Sonntag im Oktober. Ist schon seltsam. Gestern war ich auch noch recht spät online, und da ist mir aufgefallen wieviele von euch auf einmal online waren (icq, msn). Da merk ich erstmal, wie weit ich eigentlich bin. Aber es geht ja so ganz gut. Schön weiter kommentieren, und gerne auch mal ein Topic im Forum eröffnen. Da gibts ne Menge Möglichkeiten.

Ich glaub ich hab noch nicht von dem Gehupe hier ezählt. AAAAAAAAAAAAH!!! Ich könnt wahnisinnig werden. Die Chinesen sind allgemein wesentlich weniger empfindlich was Lärm und Dreck angeht. Aber besonders der Krach in der Stadt nervt tierig. Man fühlt sich oft wie im Krieg, sei es durch Feuerwerk (das hier wirklich pervers laut ist, anders kann ichs nicht sagen). Oder sei es durch eine der tausend Baustellen. Krass wie laut so eine Stadt sien kann. Und dann kommt noch diese Huperei hinzu. Man hat das Gefühl, die Chinesen benutzen die Hupe wie ein Gaspedal (ne Bremse hat wohl kein Fahrzeug, die fahren einfach nur langsamer aber wirklch stehenbleiben ist fast unmöglich, sogar bei roter Ampel. Man muss um sein Leben kämpfen, und um sein gutes Gehör. Das macht mich aggressiv. Denn alles und jeder hupt wann und wo er/sie will. Und dann auch zumeist sehr anhaltend und wiederkehrend. Und oft auch völlig unnötig, weils halt geht. Sehr nervig sind auch verschieden Geräuschquellen, die nicht zu identifizieren sind und die Nachtruhe stören. Ich hab zum Glück Ohrenstöpsel an, aber ich hörs vorm Schlafengehen, und wenn mir der Joen morgens davon erzählt. Dazu gehören vorallem Klingeln, Alarmanlagen, schreiende Menschen (hört sich ziemlich übel an), tiefdröhnende Brummgeräusche (von was auch immer die kommen) und vieles weitere. Hört sich jetzt schlimmer an als es ist. Aber das wollte ich nur mal kurz schreiben. Ist ne echt laute Stadt.

Ach ja, ich war heute wieder mal Gitarre spielen in der Metro. Wies dazu kam? Caro und ich sind mit Luis, Cadric, Tom und noch einem Koreaner zu einem Fake-Laden gegangen oder nett ausgedrückt: ein Laden der billige Klamotten hat :)

Ich fands dort schrecklich. Zum einen ist es viel zu groß (und mittlerweile kann ich Größe beurteilen, hab ja hier in Shanghai ne Menge Beispiele), es gibt mehrere 100 größere, kleinere und auch klitzekleine mobile Geschäfte. Von Anfang an wurden wir von bestimm 5 (manchmal mehr manchmal weniger) Leuten verfolgt, die uns zu einem Stand bringen wollten. "T-shirts", "Wanna watch", "DVD" (was man hier auch in der stadt recht häufig hört) usw. Und die waren diesmal wirklich aufdringlich. Ist nunmal ne große Stadt und hier laufen ne Menge Leute rum, die dir was andrehen wollen. Aber bis jetzt hab ich immer gedacht, dass die viel zu zahm sind. Also in Tunesien war das ganz anders. Da wurdest du über Meilen hinweg verfolgt, auch wenn du kein bißchen Interesse gezeigt hast. Tja, und genauso war es hier. Die haben echt ein ganz schön großes Durchhaltevermögen. "You are my friend", "Where are you from", und das dann in tausend Sprachen. Wär mir ja egal gewesen, wenn der Laden nicht selbst schon so nervig gewesen wär. Irgendwann hab ich versucht, ihnen klarzumachen, dass ich gar nichts kaufen will, dann haben sie angefangen mit "only looking" und so weiter. Dann hab ich gesagt, dass ich keine Fake-Sachen kaufen will: "not fake, real". Und so weiter. Irgendwann waren wir so genervt, dass wir spontan das Gebäude verlassen haben. Ich hätte sowieso nix gekauft. Irgendwie wiederstrebt es mir, warum auch immer. Ich hab da einfach kein gutes Gefühl. Ich denke, ich kauf mir echt wenig Kleider, und die können ruhig auch branded sein, und etwas mehr kosten, für Qualität eben. Vielleicht denke da viele anders drüber, aber mir ists so lieber. Das Problem daran ist, dass ich das vorher anders eingeschätzt hatte, und enstsprechend wenig Kleider mitgenommen hab. Aber bald macht ja das H&M auf :)

Egal. Wir sind dann raus, aber aus Versehen auf der falschen Seite. War aber auch gut so. Denn wir sind dann mal wieder auf so nem Markt rausgekommen, der alles hat, von "DVD"s bis zu Essen. So was gäbs bei uns im Leben nicht. Manche Stände sind schon ein wenig obskur, und das angebotene Essen sehr vielfältig. Manchmal frag ich mich auch wer das alles kaufen soll. Aber es leben ja ne Menge Menschen in der Stadt. Aber hier kraut es mir (noch) etwas zu kaufen, obwohl manche Sachen sehr lecker und interessant aussehen. Das nächste Mal. Ich lad demnächst die Bilder hoch, dann könnt ihr euch selber davon überzeugen.

Wir sind immer so weitergelaufen, und kamen plötzlich ganz woanders raus. Irgendwo am Bund (der Platz in Shanghai, wo es ein wenig Geschichte in Shanghai gibt, und auch einige nette Gebäude bei Nacht). Wir kamen zu einer Brücke, die über den Fluss geführt hat, und dort hats richtig gut nach Meerwasser gerochen. War irgendwie seltsam. Leider werd ich wohl in Shanghai niemals schwimmen gehen, weil es hier keine Strände gibt, und vorallem auch weil das Wasser komplett gelb ist (der gelbe Fluss eben: huang he). War trotzdem nett.

Irgendwo dort sind wir auch durch Zufall durch ne Straße, die sehr seltsam war. Netterweise hab ich davon ein Video gemacht, das ich noch bei YouTube hochladen werd (aber dazu ein andermal mehr). War sehr sehr krass, was uns da innerhalb von ein paar Minuten alles über den Weg gelaufen ist, als ob es auf uns gewartet hätte. Die Highlights (oder eigentlich Donwligths) waren zwei Männer, die kleine Affen an Ketten hinter sich hergeschleppt haben, um Geld von den Super-Nobelschuppen einzutreiben, und die offensichtlichsten Puffs die ich je gesehen hab. Ein Mann sitzt hinter einem riesigen Schaufenster, umringt von etwa 10 - 15 Damen, die SEHR leicht bekleidet waren. Und davon gabs dann wenigstens 4 oder 5 direkt nebeneinander.

In der Stadt wars dann richtig cool. Ist abends eigentlich immer nett, nur dummerweise gabs wieder zimelich viel Wind. Und irgendwie gibt es auf den großen Geschäftsstraßen nicht viel zu erkunden. Shanghai ist dahingehend ziemlich langweilig, für Shopping-Willige ein Paradies.

Das Highlight gabs wieder am Ender der Straße, an der Metro-Station, also als wir gehen wollten. Ein Burger King!! Dummerweise hatte ich schon gut gegessen vorher. Sehr ärgerlich. Somit hab ich jetzt schon drei Stück gefunden, und das ist der der am Besten zu erreichen ist. Werd ich mir merken. Was ich mir aber geholt hab, war so ein Löffeleis, ähnlich wie unser MCFlurry (den es hier interessanterweies nicht gibt), bei nem andern Laden. Deren Sachen sind richtig super. Die haben ein Eis, dessen Motto es ist, wenn es kopfüber serviert ausläuft, kostenlos überreicht wird. Aber schmeckt auch richtig gut, ist mir 20 Yuan aber richtig teuer.

Dann sind wir auf zur Metro, und was seh ich da, als ich meinen Kopf nach links wende: unseren Freund mit der Gitarre. Und wer den Randolf kennt, weiß dass er nicht wiederstehen kann. Also auf. Eis gegessen, Gitarre in die Hand (er hat sich tierisch gefreut), und los gehts. Und diesmal hab ich mal auf meine Umgebung geachtet. Und es war ECHT krass! Als ich die Gitarre in die Hand genommen hab, sind ALLE Leute die gerade auf dem Weg zur Metro waren, stehengeblieben und haben geschaut was der komische Westler jetzt macht, und das waren ne Menge (30 - 40, grob geschätzt). Was auch immer sie erwartet haben, ich konnte es nicht bieten :) Ich war erstmal so überwältigt, dass ich nicht wusste was ich spielen soll. Aber mit der Zeit gings dann, und ich hab wieder ne Menge Geld verdient. und wieder nicht behalten :) Und diesmal wars echt lustig, insgesamt hab ich wenigstens 1,5 stunden gespielt. Sehr nett. Mit der Zei haben sich auch immer mal wieder Leute zu uns gesetzt, und ne Weile zugehört. Das macht Spaß :) Ein andere Chinese hat auch mal gespielt. Der hat uns später dann auch mal darauf hingewiesen, dass uns wohl irgendwann die Metros ausgehen werden, da sind wir quasi prompt aufgesprungen und losgelaufen. Und es gab keine mehr! Und dann haben wir fast kein Taxi mehr bekommen. Da hab ich mich kurzzeitig tatsächlich ein wenig verloren gefühlt. Denn wir hatten keine Karte dabei, mein Handy war leer, und keiner wusste wos langgeht, und unser Bezirk (XuJiaHui) ist nicht gerade um die Ecke. Dann haben wir doch noch ein Taxi bekommen. Und wieder einige Leute kennengelernt. Mein Telefonbuch wächst stetig. Und soviele Namen...

Was ich an einem Wohnheim mag, ist dass man immer Leute trifft. Egal wann, egal wo. Immer. Immer ist jemand da zum Reden, lachen oder was auch immer. Das ist schon toll. Das sorgt aber auch dafür, dass ich mal wieder wenig Schlaf bekommen hab :) bzw. bekommen werd.

Donnerstag, 29. März 2007

ein paar Eindrücke (Tag 34)

Ich hatte heut einen echt angenehmen Tag, und ein wunderschönes Abendessen mit einer netten Chinesin, die ich in der UBahn kennengelernt hab. Spontan hab ich mir gedacht, mal wieder zu bloggen, und ein paar Eindrücke hierzulassen, die ich so zwischendurch mal bekomme.

Zum dem letzten Punkt z.B.Man lernt hier - zumindest als europäischer Ausländer - unheimlich schnell Leute kennen. Die oben erwähnte Dame hab ich kennengelernt, weil ich tolpatschig wie immer meine Metrokarte nicht richtig über das Lesegerät gehalten hab. Sie hat gedacht ich brauch Hilfe, und ist stehengeblieben. Dann haben wir uns in der Metro unterhalten, Email-Adressen ausgetauscht, und heute zusammen essen gegangen. Auf ähnliche Weise hab ich schon viele Leute kennengelernt (ok, ich geh nicht mit allen essen, aber trotzdem :). Ich denke, dass ist vorallem meinem ausländischen Aussehen zuzuschreiben. Ich bin schon aus Prinzip was Besonderes hier, vorallem für die Frauen. Das ist irgendwie seltsam, und manchmal auch ein wenig peinlich. Daher find ich es umso schöner im Chor auch mal chinesische Männer kennenzulernen, oder auch wenn ich den Leon besuche.

In Shanghai öffnet am 12.4. das erste H&M in China, das erste in Asien wurde vor ein paar Wochen in Hongkong eröffnet. Eine coole Seite wenn es um Shanghai geht ist übrigens http://www.shanghaiist.com/. Ist irgendwie ein seltsames Gefühl. Es wird ein H&M-Megastore und wird in der ganzen Stadt beworben. Und Shanghai ist schließlich ne Großstadt, d.h. es gibt auch große Werbung. Schon krass, an RIESIGER H&M-Werbung vorbeizugehen. Und alle fiebern dem Start entgegen. Und kurz danach wird direkt schon die zweite Filiale eröffnet. Ich freu mich auch schon :) Als Gaststar kommt übrigens die Kylie Minogue, zur Eröffnung, allerdings am 11.4. und nicht für die Öffentlichkeit. Egal, die will ich sowieso nicht sehen :)

Hab ich schon von den etwas ekligen Gewohnheiten mancher Chinesen erzählt? Ich glaub nicht. Also, ich hab ja schon in meinem China-Knigge einiges über die Spuck-Gewohnheiten der Chinesen gelesen, und dass die Regierung sogar offzielle Maßnahmen ergriffen hat, um die Leute davon abzubringen. Und angeblich soll es auch helfen. Aber ich merk davon nicht wirklich was. Wo man auch hingeht, ständig wird gerotzt was das Zeug hält. Man läuft seines Weges, da hört man ein tiefes Röscheln direkt hinter sich und ein Batzen Undefiniertes fliegt an einem vorbei zu Boden. Oder ich laufe und neben mir öffnet sich plötlzlich eine Autotür, und in Windeseile wird lautstark gespuckt und Tür wieder zu. ich bin richtig erschrocken!
Außerdem ist es hier üblich beim Essen lauthals Geräusche von sich zu geben. Als ich vorgestern im Restaurant war, hab ich mit ein paar älteren chinesischen Damen am Tisch gesessen. Und die ein e hat dann spontan recht laut ihr Sättigungsgefühl geäußert. Da musste ich laut loslachen :) Was sonst? Und dass der Tisch nach dem Essen immer aussieht wie nach einem kleinen Krieg liegt an zwei Dingen: Zum einen kann man mit den Stäbchen einfach nicht sauber essen. Es fällt IMMER was runter. Und zum anderen sind oft Dinge wie Knochen im Essen, die man dann einfach auf den Tisch spuckt. Da kümmert sich keiner drum. Außerdem wird das Essen ja auch oft geteilt, auch dabei fallen ein Brocken daneben.

In Shanghai wird viel gebaut. Das merkt man an allen Ecken. Und viel Altes wird erneuert. Nur wie gearbeitet wird, ist echt interessant. Zum Beispiel wird unheimlich per Hand erledigt, was bei uns nur Maschinen machen würden, wie z.B. Erde irgendwohin schaufeln. Auch daran sieht man wieder, dass Menschenkraft billiger ist als Maschinen zu kaufen. Und auch die Art wie hier gearbeitet wird, ist lustig anzusehen. Es ist alles so mittelbar, ohne große Absperrungen. Ist einfach seltsam. Und es wird verdammt schnell gearbeitet. Zumindest was das Hochziehen von Häusern angeht. Krass schnell, muss ich sagen. Dafür lassen sie sich z.B. was die Uni angeht recht viel Zeit.

Die Chinesen trinken bevorzugt SoyaMilch. Das muss man erst mal wissen. Da kauft man sich im Carrefour Milch im guten Glauben gute Kuhmilch gekauft zu haben, und da ist das dann Soyamilch. Dummerweise bin ich gegen die aus irgendeinem Grund allergisch.

Viele Dinge sind hier so billig. Das fällt einem erst auf , wenn man mal etwas mehr kauft. Gestern z.B. hab ich zwei 1,5 Liter Flaschen Wasser, und 12 0,5 Liter Flaschen + 1 Schokoding für knapp 30 Yuan gekauft. Also 3 €! Muss man mal nachdenken wieviel ich dafür wohl im deutschen Lande bezahlt hätte. Und das Wasser ist sogar noch sehr teuer, da ichs im Studentensupermarkt gekauft hab, der hier vergleichsweise Edeka-Verhältnisse aufweißt.

Das Wetter ist besser. Wir hatten heute 30 Grad!! Unfassbar, und das innerhalb von drei Tagen. Viel zu schnell. und fast schon unerträglich, und für einige zu heftig. Es gab ein paar Ohnmächtige. Ich denk nächste Woche gibts heftig Regen, das ging einfach zu schnell. Oje, und wenn der Frühling schon so warm ist. Was wird erst im Sommer sein?

Bin grad müde, und werde demnächst weitermachen.

Straßenrundgang (Tag 27)

Ich glaub am Unterricht gibts nix zu meckern. Prinzipiell ist Donnerstag der beste Tag der Woche, wir haben eine Stunde Reading, was immer sehr locker ist, auch wenns in Reading IMMER ein Diktat gibt (is aber nich schwer, wenn man ab und zu seine Zeichen lernt), und dann Listening. Das wird mittlerweile immer besser, zum einen weil ich mehr Zeichen kann und zum anderen weil ich mittlerweile etwas besser in die Sprache reinkomm und mehr versteh. Es ist noch nicht wirklich toll, aber zumindest so gut, dass Listening nicht mehr soo demotivierend ist.

Danach hatte ich Lust mal einen Abstecher in die Stadt zu machen, mit meinem neuen Vermögen, dass ich ja seit dem Vortag hatte (ihr erinnert euch: http://dasrandiliinchina.blogspot.com/2007/03/falsche-reihenfolge-26-tag.html
). Außerdem wollte ich unbedingt mal zu dem Majestic Theater, weil es dort ein Konzert gibt: ein norwegisches Blasorchester mit einer supercoolen Playlist. Vorallem spielen sie auch ein paar Sachen von Edward Grieg, auf denen ich total steh. Wers nicht weiß, im Saarland sind dieses Jahr wieder die "Musikfestspiele Saar". Ich empfehle euch ernsthaft hinzugehen (ist glaub ich ab April). Dieses Jahr ist nordische Musik das Thema, und es werden sehr viele Stücke von Grieg gespielt. Ich ärger mich tierisch nicht hingehen zu können, ich hab mir sowas schon ne halbe Ewigkeit gewünscht, und jetzt wo ich weg bin...grr..egal. Hier gibts auch coole Sachen :)

Dieses Majestic Theater ist in der NanJingLu (Lu = Straße). Die ist sehr lang und ist daher auch in drei Teile unterteilt (normal, west, und ost). Und vorallem ist es DIE Einkaufsstraße in Shanghai. Hier gibts alles und zu jedem Preis. Da wird man dann auch mal auf offener Straße angesprochen, ob man eine "Massage" will oder "Haschich". Dort in der Nähe wie gesagt ist das Theater. Also auf dahin und noch ein paar nette Bilder von der Umgebung mitgenommen:

Von Shanghai


Von Shanghai


Von Shanghai


Von Shanghai


Von Shanghai


Wir sind den kompletten Weg ab dem People Square (ein großer Platz an der Nanjinglu, an dem auch das Museum ist, in das wir reinwollten aber nicht konnten) gelaufen. War nciht weit und sieht immer interessante Dinge. Zum Beispiel ne Menge superteuere Kaufhäuser (in einem ist sogar ein Madame Thussauds Wachsmuseum drin), und auch das ein oder andere McDonalds. Ich hatte diesmal richtig Lust auf McDoof-Fraß. Ich bevorzuge eigentlich Burger King, aber die sind in Shanghai und in China allgemein ziemlich rar, warum auch immer. Ich hab bisher genau einen gesehen (und einen anderen später am Tag, am Ende der Straße, aber da wars schon zu spät). Warum ich vom MCDoof erzähle? Na ja, ich war überrascht, als ich meine Cola gekostet hab, dass diese nicht nach Chlor geschmeckt hat! Das find ich so sensationell, dass ich es euch sagen muss! Denn bisher wurde ich dahingehend immer enttäuscht. Ist schon übel, wenn du im "Restaurant" so ein Wasser trinken musst. Ich mein den Tee machen die auch damit. Aber diese Cola war Spitzenklasse!! Ist schon interssant, dass die scheinbar nicht in jedem Mc eine Filteranlage benutzen, aber in diesem etwas reicheren Viertel. Bei uns um die Ecke in XuHui, der quasi immer voll belegt ist, obwohl noch tausend andere McDoofs, KFC's, PizzaHuts, und ewig viele chinesische Varianten in der Nähe sind, ist die Cola voller Chlor. Keine Ahnung, warum...

Wir sind dann weitergelaufen, immer weiter geradeaus. Und da war auf einmal so ein netter kleiner Mann, der mir die Schuhe putzen wollte (ich hab ja diese megamäßige Lederschuhe, muss mir unbedingt andere kaufen). Eigentlich hatte ich da aber keine Lust drauf. Zuerst hat er 20 Yuan gesagt. Wir sind weitergelaufen und er hat aufgegeben. Nach ein paar Metern hab ich mcih dann dummerweise umgedreht, und er hat das gesehen, und da wars zu spät. Er springt auf und rennt mir regelrecht hinterher. "10 Kuai". Hm, ich hab immer noch keine Lust, und mach ihm das auch klar. "5 Kuai". Ich will nicht, also reagier ich nicht mehr. Wir gehen weiter. Und nach einer halben Ewigkeit gibt er völlig erschöpft und niedergeschlagen auf. Alle Leute um mich herum sagen, dass er so toll ist, und gute Arbeit leiste. Aber ich will ja nicht. Wir gehen weiter.

Irgendwann schau ich auf meine Schuhe, und mir fällt ein, dass ich tatsächlich durch Zufall am Tag zuvor gedacht hab, dass ich mal meine Schuhe putzen müsste. Tja, und irgendwie tu ich ja ein gutes Werk, und 5 Kuai (50 Cent) sind nicht die Welt. Also umgedreht und ihm eine Riesenfreude gemacht. Ehrlich.

Von Shanghai


Hab dann ein wenig mit ihm geplaudert und ihn mit meinen begrenzten Chinesischkenntnissen gefragt, wo er herkommt und wo er wohnt. Dummerweise hab ich nicht viel von seinen Antworten verstanden, wie gesagt, Hörverstehen ist das Schwerste. Währenddessen kam noch so ein Polizist auf dem Motorrad, und hat wegen irgendwas rumgemeckert. Was auch immer, aber mein Schuheputzer hatte wohl einen guten Tag und so durfte er weiterputzen. Ich hab mich kurzzeitig tatsächlich wie ein Verbrecher gefühlt, obwohl ich nix gemacht hab. Irgendwie ertappt. Der Polizist ist dann weitergefahren.

Von Shanghai


Ich hab meinem Schuhputz-Freund dann immerhin 6 Kuai gegeben, und er hat gefragt, ob ich morgen wieder komme. Na ja, wohl nicht.

Dann gings weiter mit der Reise. Da kamen noch ein paar mehr groteske Bilder:

Von Shanghai


Wers nicht schon weiß: Das Hakenkreuz ist in Asien ein altes Glückssymbol und wird in keiner Weise mit dem deutschen Nationalsozialismus in Verbindung gebracht. Aber für unsereiner wirkt das schon seltsam. Ich hoffe mal das mir jetzt keiner irgendwas anhängen will. Diesen Laden gibts wirklich, mitten in Shanghai!

Und dann kamen wir einem Kleiderladen vorbei, der die bescheuertsten Modelle hatte, die ich je gesehen hab:

Von Shanghai


Von Shanghai


Und dann kamen wir durch Zufall zu einem kleinen Markt, der mal wieder mehr oder weniger alles hatte. Auch gefälschte Prada-Taschen

Von Shanghai


Ich erinnere an die echte Prada, die ich gesehen hab.

Von 15.3.07 Korea...


Taschen gabs hier genug:

Von Shanghai


Und auch sonst ne Menge Zeug:

Von Shanghai


Von Shanghai


Besonders nett fand ich einen CD-Stand, der unheimlich viele deutsche CDs hatte, als ob von einem LKW aus Deutschland nicht nur was runtergefalle wäre, sonder der gleich hier ausgeladen hätte. Und da gabs auch ne CD u.a. von der Barbara Streisand, der einen netten Aufdruck hinten hatte. Fand ich irgendwie passend:

Von Shanghai


Und wer sich noch dran erinnert, ich hab mal kurz noch auf einen Bericht von Spiegel Online verlinkt, in dem es um die Wanderarbeiter in China ging. Ähnlich gefährlich gings auch hier auf einer Baustelle zur Sache. Die Arbeiter waren völlig ungesichert:

Von Shanghai


Von Shanghai


Interessanterweise ging der Warenmarkt dann nahtlos in einen Fressmarkt über.

Von Shanghai


Und da gabs z.T. echt üble Sachen, von denen ich absichtlich keine Bilder gemacht hab.

Von Shanghai


Von Shanghai


Im Großen und Ganzen gewöhnt man sich aber allmählich an sowas. Solche Stände gibts hier öfter, nur nicht immer in dieser Masse. So manch ein Geruch hier war mir dann doch etwas zuviel.

Sehr gestört hat mich ein Typ, der mit einem kleinen Affen an einer Kette durch die Massen getorkelt ist, um Geld zu bekommen. Der kleine Kerl hat mir echt leid getan, aber was soll man da machen? Einfach nicht beachten und kein Geld geben. Genau das hab ich gemacht. Mehr bleibt einem leider nicht.

Ach ja, irgendwann haben wir dann auch das Theater gefundne, ein wenig versteckt, neben einige Botschaften sitzend. Es gab noch mehr als genügend Tickets aller Preisklassen. Also wollte ich erstmal abwarten bis nächste Woche, wer vllt noch mitgehen möchte.

Dann gings zurück, einfach immer geradeaus, Richtung nächste Metrostation. Da gabs dann auf dem Weg einen CocaCola Shop. Dinge die die Welt nicht braucht.

Von Shanghai


Von Shanghai


Und eine Häuserreihe, die wohl kurz vor dem Abriss steht (sowas gibts hier öfter).

Von Shanghai


Irgendwie fand ich das Bild nett. Obwohl ich selber einen Peugeot fahre...

Die Metrohaltestelle ist direkt am Jingan-Tempel, eine recht große Tempelanlage, die ich bisher noch nicht besichtigt hab.

Von Shanghai


Von Shanghai


Von Shanghai


Und das auch nicht an diesem Tag, da wir genau um 17:00 ankamen, wenn der Tempel zumacht. Super...

Ein Highlight gabs noch, denn direkt am Tempel gibts auch einen Burger King. Leider war ich noch voll vom MCDoof, also dann doch nciht. Aber wenigstens weiß ich wo er ist :) bei Bedarf. Wichtig sowas. Essen ist immer wichtig, auch gutes Fast Food :)