Ach, der Titel sagt doch schon alles, oder? Poy und ich haben gestern mal wieder den Broadway besucht, und diesmal war das Phantom dran. Meine Erwartungen waren hier wesentlich hoeher als bei Marry Poppins und dem Koenig der Loewen. Dieses Musical hat mich in vielerlei Hinsicht inspiriert und ruft in mir starke Emotionen hervor. Die Geschichte beruehrt mich, und die Musik wurde in der Tat von einem "Angel of Music" geschrieben. Ich habe auch das urspruengliche Buch von Gaston Leroux gelesen. Und die Geschichte ist schlicht und ergreifend genial. Aber sowas ist ja bekanntlich Geschmackssache.
Das Theater ist schlicht und einfach huebsch und elegant (das Phantom wird dort immerhin schon seit 20 Jahren gespielt). Das Theater fuer Mary Poppins ist auch sehr schoen, aber auch viel gruseliger (vorallem wegen der Sitzposition in den oberen Reihen; SEHR steil nach unten abfallend). Das Theater, in dem der Koenig der Loewen gespielt wird, wirkt richtig schmucklos und konsumorientiert.
Wir hatten angesichts der Ticketpreise ($35 pro Ticket, ermaessigt ueber NYU Rabatt) schlechte Sitzplaetze (man kann auch viele hundert Dollar zahlen). Aber die Sicht war super, und der Sound noch viel mehr.
Ich hatte vorher noch nie das ganze Musical gesehen, oder auch nur die Geschichte gelesen (das Musical weicht stark von der ursrpruenglichen Buchfassung ab). Aber ich war von Anfang an gebannt. Die ganze Show ist voller Effekte und von einem unheimlich starken Spannungsbogen gepraegt. Oft wird deutlich, dass es ein Musical aus den 80ern ist. Alles wirkt ein wenig zu "bunt" und betont cool, wenn ihr wisst was ich meine. Das wird vorallem am Anfang deutlich: nach einer kurzen Einfuehrung in Form einer Auktion, bei der angebliches Material des Phantoms der Oper versteiegert wird, gehts mit der bekannten Musik los und ein anschaulich grosser Kronleuchter wird effektgeladen durch den Saal hindurch bis zur Decke gezogen, nachdem er zuvor verdeckt mitten auf der Buehne gelegen hatte. Begleitet von Blitzen und Pauken, ist es wirklich atemberaubend. Es wirkt ein wenig wie in einem Freizeitpark, uebertrieben und effekthascherisch, aber cool ;)
Die Schauspieler/Saenger waren alle durch die Bank weg super! Das Phantom hat eine herrlich boes-tiefe Stimme, wohingegen der "gute" Mann, Raul, rein und klar rueberkommt. Die Christine war vielleicht ein wenig blass und haette mehr mit den paar Koloraturen spielen koennen, dies dann doch gibt. Aber der Gesamtklang ist einfach genial! Richtig richtig cool wird es, wenn Christine das erste Mal mit dem Phantom in die Gewoelbe des Theaters herabsteigt. Unheimlich, unheimlich krass...Wie in einem Film, und einfach toll gestaltet. Die Buehne ist schwarz, und ueberall tauchen auf dem Boden, der in Nebel gehuellt ist, kleine Lichter auf. Man sieht eine Bruecke im Hintergrund und das Phantom und Christine kommen in einem Boot angefahren. Die Musik verursacht Gaensehaut!
Insgesamt wars ein super Musical, das vorallem gegen Ende ein paar Laengen hatte. Den Ausgang der Geschichte fand ich schrecklich, was wahrscheinlcih mit meinen gestiegenen Erwartungen nach dem Lesen des Originals zusammenhaengt. Aber was soll ich sagen? Ich hab mir einen kleinen Traum erfuellt. Und ich werds mir auf jeden Fall nochmal anschauen, spaetestens wenn meine Mama herkommt ;)
Am Ende gabs natuerlich das gewohnte Beifallklatschen. Aber auch eine kurze Werbeveranstaltung, durch das Phantom. Dessen Darsteller hat ganze 5 Minuten lang um Spenden fuer ein Aids-Hilfe-Projekt gebeten. Man koennte z.B. eine CD, einen Kalender mit den Unterschriften aller Akteure oder das "Phantom-der-Oper-Kochbuch" (!) kaufen. Das Geld geht dann automatisch an die beschriebene Aktion. Sowas ist hier relativ ueblich. Geld geben ist fast schon Alltag. Das wird besonders in der Metro deutlich, wo wirklich staendig irgendjemand irgendwas auffuehrt, oder einfach nur um Geld bittet (bettelt). Gruende sind: Job verloren, teure Operation, obdachlos, einfach nur Arbeit, Spendenaktion. Einer bettelt sogar fuer die Studiengebuehren an der NYU (keine Ahnung wie ernst das ist, auf jeden Fall ist es sozialkritisch).
Als wir aus dem Theater rauskamen, haben am naechsten Theater ewig viele Leute auf etwas gewartet. Das Theater ist das, wo derzeit Daniel Radcliffe, der Harry Potter-Darsteller aus den Filmen, auftritt, dazu auch noch halb-nackt. Die Show war schon vorbei, und die Leute haben auf Autogramme gewartet. OK, da haben wir uns eben auf die andere Strassenseite gestellt und zugeschaut. Nicht, dass ich den Typ unbedingt sehen wollte. Aber Poy fand es toll den echten Harry Potter sehen zu koennen. Nach ein paar Minuten kam er dann, und ich muss sagen, ein echter Winzling der Kerl. Abgesehen davon ein Riesen-Tara um einen Filmstar. EIn Haufen Polizisten, und das wahrscheinlich jeden Tag, wenn er Auftritt hat.
Alles in allem ein gelungener Tag.
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Freitag, 14. November 2008
Freitag, 6. April 2007
Bilder von Tag 35 (Gitarre)
ich wollte mal schnell noch ein paar Bilder nachreichen, weil ich den Tag soo toll fand.
Da ich aber schon alles gesagt hab, und die Bilder ja wunderbar im Netz stehen, hier nur der Link:
http://picasaweb.google.de/randolf.altmeyer/30307CoolFriday03
Ach ja, ich aktualisier übrigens von Zeit zu Zeit auch Alben wie "Shanghai" oder "Essen", auch wenn die mehr oder weniger wie vorher aussehen. Picasaweb macht da leider automatisch keine Änderungen. Ich will damit nur sagen, dass es sich lohnt, ab und zu mal nochmal schon gesehene Bilder-Alben anzuschauen.
Da ich aber schon alles gesagt hab, und die Bilder ja wunderbar im Netz stehen, hier nur der Link:
http://picasaweb.google.de/randolf.altmeyer/30307CoolFriday03
Ach ja, ich aktualisier übrigens von Zeit zu Zeit auch Alben wie "Shanghai" oder "Essen", auch wenn die mehr oder weniger wie vorher aussehen. Picasaweb macht da leider automatisch keine Änderungen. Ich will damit nur sagen, dass es sich lohnt, ab und zu mal nochmal schon gesehene Bilder-Alben anzuschauen.
Freitag, 30. März 2007
noch ein paar Eindrücke und wieder Gitarre (Tag 35)
he, ich schreib gleich zweimal hintereinander was! Erstaunlich. Aber diesmal wirds kurz. Hier ists 1:17 in der Nacht und ich bin tierisch müde. Aber hab grad noch Lust was zu schreiben, allerdings ohne Bilder. Zu faul...
ist euch aufgefallen, dass wir jetzt "nur" noch 6 Stunden auseinander sind? Denn in Deutschland wurden ja die Uhren umgestellt. Tja, weniger wirds leider nicht mehr. Und die Rückumstellung bekomm ich auch nicht mehr mit, denn das ist am letzten Sonntag im Oktober. Ist schon seltsam. Gestern war ich auch noch recht spät online, und da ist mir aufgefallen wieviele von euch auf einmal online waren (icq, msn). Da merk ich erstmal, wie weit ich eigentlich bin. Aber es geht ja so ganz gut. Schön weiter kommentieren, und gerne auch mal ein Topic im Forum eröffnen. Da gibts ne Menge Möglichkeiten.
Ich glaub ich hab noch nicht von dem Gehupe hier ezählt. AAAAAAAAAAAAH!!! Ich könnt wahnisinnig werden. Die Chinesen sind allgemein wesentlich weniger empfindlich was Lärm und Dreck angeht. Aber besonders der Krach in der Stadt nervt tierig. Man fühlt sich oft wie im Krieg, sei es durch Feuerwerk (das hier wirklich pervers laut ist, anders kann ichs nicht sagen). Oder sei es durch eine der tausend Baustellen. Krass wie laut so eine Stadt sien kann. Und dann kommt noch diese Huperei hinzu. Man hat das Gefühl, die Chinesen benutzen die Hupe wie ein Gaspedal (ne Bremse hat wohl kein Fahrzeug, die fahren einfach nur langsamer aber wirklch stehenbleiben ist fast unmöglich, sogar bei roter Ampel. Man muss um sein Leben kämpfen, und um sein gutes Gehör. Das macht mich aggressiv. Denn alles und jeder hupt wann und wo er/sie will. Und dann auch zumeist sehr anhaltend und wiederkehrend. Und oft auch völlig unnötig, weils halt geht. Sehr nervig sind auch verschieden Geräuschquellen, die nicht zu identifizieren sind und die Nachtruhe stören. Ich hab zum Glück Ohrenstöpsel an, aber ich hörs vorm Schlafengehen, und wenn mir der Joen morgens davon erzählt. Dazu gehören vorallem Klingeln, Alarmanlagen, schreiende Menschen (hört sich ziemlich übel an), tiefdröhnende Brummgeräusche (von was auch immer die kommen) und vieles weitere. Hört sich jetzt schlimmer an als es ist. Aber das wollte ich nur mal kurz schreiben. Ist ne echt laute Stadt.
Ach ja, ich war heute wieder mal Gitarre spielen in der Metro. Wies dazu kam? Caro und ich sind mit Luis, Cadric, Tom und noch einem Koreaner zu einem Fake-Laden gegangen oder nett ausgedrückt: ein Laden der billige Klamotten hat :)
Ich fands dort schrecklich. Zum einen ist es viel zu groß (und mittlerweile kann ich Größe beurteilen, hab ja hier in Shanghai ne Menge Beispiele), es gibt mehrere 100 größere, kleinere und auch klitzekleine mobile Geschäfte. Von Anfang an wurden wir von bestimm 5 (manchmal mehr manchmal weniger) Leuten verfolgt, die uns zu einem Stand bringen wollten. "T-shirts", "Wanna watch", "DVD" (was man hier auch in der stadt recht häufig hört) usw. Und die waren diesmal wirklich aufdringlich. Ist nunmal ne große Stadt und hier laufen ne Menge Leute rum, die dir was andrehen wollen. Aber bis jetzt hab ich immer gedacht, dass die viel zu zahm sind. Also in Tunesien war das ganz anders. Da wurdest du über Meilen hinweg verfolgt, auch wenn du kein bißchen Interesse gezeigt hast. Tja, und genauso war es hier. Die haben echt ein ganz schön großes Durchhaltevermögen. "You are my friend", "Where are you from", und das dann in tausend Sprachen. Wär mir ja egal gewesen, wenn der Laden nicht selbst schon so nervig gewesen wär. Irgendwann hab ich versucht, ihnen klarzumachen, dass ich gar nichts kaufen will, dann haben sie angefangen mit "only looking" und so weiter. Dann hab ich gesagt, dass ich keine Fake-Sachen kaufen will: "not fake, real". Und so weiter. Irgendwann waren wir so genervt, dass wir spontan das Gebäude verlassen haben. Ich hätte sowieso nix gekauft. Irgendwie wiederstrebt es mir, warum auch immer. Ich hab da einfach kein gutes Gefühl. Ich denke, ich kauf mir echt wenig Kleider, und die können ruhig auch branded sein, und etwas mehr kosten, für Qualität eben. Vielleicht denke da viele anders drüber, aber mir ists so lieber. Das Problem daran ist, dass ich das vorher anders eingeschätzt hatte, und enstsprechend wenig Kleider mitgenommen hab. Aber bald macht ja das H&M auf :)
Egal. Wir sind dann raus, aber aus Versehen auf der falschen Seite. War aber auch gut so. Denn wir sind dann mal wieder auf so nem Markt rausgekommen, der alles hat, von "DVD"s bis zu Essen. So was gäbs bei uns im Leben nicht. Manche Stände sind schon ein wenig obskur, und das angebotene Essen sehr vielfältig. Manchmal frag ich mich auch wer das alles kaufen soll. Aber es leben ja ne Menge Menschen in der Stadt. Aber hier kraut es mir (noch) etwas zu kaufen, obwohl manche Sachen sehr lecker und interessant aussehen. Das nächste Mal. Ich lad demnächst die Bilder hoch, dann könnt ihr euch selber davon überzeugen.
Wir sind immer so weitergelaufen, und kamen plötzlich ganz woanders raus. Irgendwo am Bund (der Platz in Shanghai, wo es ein wenig Geschichte in Shanghai gibt, und auch einige nette Gebäude bei Nacht). Wir kamen zu einer Brücke, die über den Fluss geführt hat, und dort hats richtig gut nach Meerwasser gerochen. War irgendwie seltsam. Leider werd ich wohl in Shanghai niemals schwimmen gehen, weil es hier keine Strände gibt, und vorallem auch weil das Wasser komplett gelb ist (der gelbe Fluss eben: huang he). War trotzdem nett.
Irgendwo dort sind wir auch durch Zufall durch ne Straße, die sehr seltsam war. Netterweise hab ich davon ein Video gemacht, das ich noch bei YouTube hochladen werd (aber dazu ein andermal mehr). War sehr sehr krass, was uns da innerhalb von ein paar Minuten alles über den Weg gelaufen ist, als ob es auf uns gewartet hätte. Die Highlights (oder eigentlich Donwligths) waren zwei Männer, die kleine Affen an Ketten hinter sich hergeschleppt haben, um Geld von den Super-Nobelschuppen einzutreiben, und die offensichtlichsten Puffs die ich je gesehen hab. Ein Mann sitzt hinter einem riesigen Schaufenster, umringt von etwa 10 - 15 Damen, die SEHR leicht bekleidet waren. Und davon gabs dann wenigstens 4 oder 5 direkt nebeneinander.
In der Stadt wars dann richtig cool. Ist abends eigentlich immer nett, nur dummerweise gabs wieder zimelich viel Wind. Und irgendwie gibt es auf den großen Geschäftsstraßen nicht viel zu erkunden. Shanghai ist dahingehend ziemlich langweilig, für Shopping-Willige ein Paradies.
Das Highlight gabs wieder am Ender der Straße, an der Metro-Station, also als wir gehen wollten. Ein Burger King!! Dummerweise hatte ich schon gut gegessen vorher. Sehr ärgerlich. Somit hab ich jetzt schon drei Stück gefunden, und das ist der der am Besten zu erreichen ist. Werd ich mir merken. Was ich mir aber geholt hab, war so ein Löffeleis, ähnlich wie unser MCFlurry (den es hier interessanterweies nicht gibt), bei nem andern Laden. Deren Sachen sind richtig super. Die haben ein Eis, dessen Motto es ist, wenn es kopfüber serviert ausläuft, kostenlos überreicht wird. Aber schmeckt auch richtig gut, ist mir 20 Yuan aber richtig teuer.
Dann sind wir auf zur Metro, und was seh ich da, als ich meinen Kopf nach links wende: unseren Freund mit der Gitarre. Und wer den Randolf kennt, weiß dass er nicht wiederstehen kann. Also auf. Eis gegessen, Gitarre in die Hand (er hat sich tierisch gefreut), und los gehts. Und diesmal hab ich mal auf meine Umgebung geachtet. Und es war ECHT krass! Als ich die Gitarre in die Hand genommen hab, sind ALLE Leute die gerade auf dem Weg zur Metro waren, stehengeblieben und haben geschaut was der komische Westler jetzt macht, und das waren ne Menge (30 - 40, grob geschätzt). Was auch immer sie erwartet haben, ich konnte es nicht bieten :) Ich war erstmal so überwältigt, dass ich nicht wusste was ich spielen soll. Aber mit der Zeit gings dann, und ich hab wieder ne Menge Geld verdient. und wieder nicht behalten :) Und diesmal wars echt lustig, insgesamt hab ich wenigstens 1,5 stunden gespielt. Sehr nett. Mit der Zei haben sich auch immer mal wieder Leute zu uns gesetzt, und ne Weile zugehört. Das macht Spaß :) Ein andere Chinese hat auch mal gespielt. Der hat uns später dann auch mal darauf hingewiesen, dass uns wohl irgendwann die Metros ausgehen werden, da sind wir quasi prompt aufgesprungen und losgelaufen. Und es gab keine mehr! Und dann haben wir fast kein Taxi mehr bekommen. Da hab ich mich kurzzeitig tatsächlich ein wenig verloren gefühlt. Denn wir hatten keine Karte dabei, mein Handy war leer, und keiner wusste wos langgeht, und unser Bezirk (XuJiaHui) ist nicht gerade um die Ecke. Dann haben wir doch noch ein Taxi bekommen. Und wieder einige Leute kennengelernt. Mein Telefonbuch wächst stetig. Und soviele Namen...
Was ich an einem Wohnheim mag, ist dass man immer Leute trifft. Egal wann, egal wo. Immer. Immer ist jemand da zum Reden, lachen oder was auch immer. Das ist schon toll. Das sorgt aber auch dafür, dass ich mal wieder wenig Schlaf bekommen hab :) bzw. bekommen werd.
ist euch aufgefallen, dass wir jetzt "nur" noch 6 Stunden auseinander sind? Denn in Deutschland wurden ja die Uhren umgestellt. Tja, weniger wirds leider nicht mehr. Und die Rückumstellung bekomm ich auch nicht mehr mit, denn das ist am letzten Sonntag im Oktober. Ist schon seltsam. Gestern war ich auch noch recht spät online, und da ist mir aufgefallen wieviele von euch auf einmal online waren (icq, msn). Da merk ich erstmal, wie weit ich eigentlich bin. Aber es geht ja so ganz gut. Schön weiter kommentieren, und gerne auch mal ein Topic im Forum eröffnen. Da gibts ne Menge Möglichkeiten.
Ich glaub ich hab noch nicht von dem Gehupe hier ezählt. AAAAAAAAAAAAH!!! Ich könnt wahnisinnig werden. Die Chinesen sind allgemein wesentlich weniger empfindlich was Lärm und Dreck angeht. Aber besonders der Krach in der Stadt nervt tierig. Man fühlt sich oft wie im Krieg, sei es durch Feuerwerk (das hier wirklich pervers laut ist, anders kann ichs nicht sagen). Oder sei es durch eine der tausend Baustellen. Krass wie laut so eine Stadt sien kann. Und dann kommt noch diese Huperei hinzu. Man hat das Gefühl, die Chinesen benutzen die Hupe wie ein Gaspedal (ne Bremse hat wohl kein Fahrzeug, die fahren einfach nur langsamer aber wirklch stehenbleiben ist fast unmöglich, sogar bei roter Ampel. Man muss um sein Leben kämpfen, und um sein gutes Gehör. Das macht mich aggressiv. Denn alles und jeder hupt wann und wo er/sie will. Und dann auch zumeist sehr anhaltend und wiederkehrend. Und oft auch völlig unnötig, weils halt geht. Sehr nervig sind auch verschieden Geräuschquellen, die nicht zu identifizieren sind und die Nachtruhe stören. Ich hab zum Glück Ohrenstöpsel an, aber ich hörs vorm Schlafengehen, und wenn mir der Joen morgens davon erzählt. Dazu gehören vorallem Klingeln, Alarmanlagen, schreiende Menschen (hört sich ziemlich übel an), tiefdröhnende Brummgeräusche (von was auch immer die kommen) und vieles weitere. Hört sich jetzt schlimmer an als es ist. Aber das wollte ich nur mal kurz schreiben. Ist ne echt laute Stadt.
Ach ja, ich war heute wieder mal Gitarre spielen in der Metro. Wies dazu kam? Caro und ich sind mit Luis, Cadric, Tom und noch einem Koreaner zu einem Fake-Laden gegangen oder nett ausgedrückt: ein Laden der billige Klamotten hat :)
Ich fands dort schrecklich. Zum einen ist es viel zu groß (und mittlerweile kann ich Größe beurteilen, hab ja hier in Shanghai ne Menge Beispiele), es gibt mehrere 100 größere, kleinere und auch klitzekleine mobile Geschäfte. Von Anfang an wurden wir von bestimm 5 (manchmal mehr manchmal weniger) Leuten verfolgt, die uns zu einem Stand bringen wollten. "T-shirts", "Wanna watch", "DVD" (was man hier auch in der stadt recht häufig hört) usw. Und die waren diesmal wirklich aufdringlich. Ist nunmal ne große Stadt und hier laufen ne Menge Leute rum, die dir was andrehen wollen. Aber bis jetzt hab ich immer gedacht, dass die viel zu zahm sind. Also in Tunesien war das ganz anders. Da wurdest du über Meilen hinweg verfolgt, auch wenn du kein bißchen Interesse gezeigt hast. Tja, und genauso war es hier. Die haben echt ein ganz schön großes Durchhaltevermögen. "You are my friend", "Where are you from", und das dann in tausend Sprachen. Wär mir ja egal gewesen, wenn der Laden nicht selbst schon so nervig gewesen wär. Irgendwann hab ich versucht, ihnen klarzumachen, dass ich gar nichts kaufen will, dann haben sie angefangen mit "only looking" und so weiter. Dann hab ich gesagt, dass ich keine Fake-Sachen kaufen will: "not fake, real". Und so weiter. Irgendwann waren wir so genervt, dass wir spontan das Gebäude verlassen haben. Ich hätte sowieso nix gekauft. Irgendwie wiederstrebt es mir, warum auch immer. Ich hab da einfach kein gutes Gefühl. Ich denke, ich kauf mir echt wenig Kleider, und die können ruhig auch branded sein, und etwas mehr kosten, für Qualität eben. Vielleicht denke da viele anders drüber, aber mir ists so lieber. Das Problem daran ist, dass ich das vorher anders eingeschätzt hatte, und enstsprechend wenig Kleider mitgenommen hab. Aber bald macht ja das H&M auf :)
Egal. Wir sind dann raus, aber aus Versehen auf der falschen Seite. War aber auch gut so. Denn wir sind dann mal wieder auf so nem Markt rausgekommen, der alles hat, von "DVD"s bis zu Essen. So was gäbs bei uns im Leben nicht. Manche Stände sind schon ein wenig obskur, und das angebotene Essen sehr vielfältig. Manchmal frag ich mich auch wer das alles kaufen soll. Aber es leben ja ne Menge Menschen in der Stadt. Aber hier kraut es mir (noch) etwas zu kaufen, obwohl manche Sachen sehr lecker und interessant aussehen. Das nächste Mal. Ich lad demnächst die Bilder hoch, dann könnt ihr euch selber davon überzeugen.
Wir sind immer so weitergelaufen, und kamen plötzlich ganz woanders raus. Irgendwo am Bund (der Platz in Shanghai, wo es ein wenig Geschichte in Shanghai gibt, und auch einige nette Gebäude bei Nacht). Wir kamen zu einer Brücke, die über den Fluss geführt hat, und dort hats richtig gut nach Meerwasser gerochen. War irgendwie seltsam. Leider werd ich wohl in Shanghai niemals schwimmen gehen, weil es hier keine Strände gibt, und vorallem auch weil das Wasser komplett gelb ist (der gelbe Fluss eben: huang he). War trotzdem nett.
Irgendwo dort sind wir auch durch Zufall durch ne Straße, die sehr seltsam war. Netterweise hab ich davon ein Video gemacht, das ich noch bei YouTube hochladen werd (aber dazu ein andermal mehr). War sehr sehr krass, was uns da innerhalb von ein paar Minuten alles über den Weg gelaufen ist, als ob es auf uns gewartet hätte. Die Highlights (oder eigentlich Donwligths) waren zwei Männer, die kleine Affen an Ketten hinter sich hergeschleppt haben, um Geld von den Super-Nobelschuppen einzutreiben, und die offensichtlichsten Puffs die ich je gesehen hab. Ein Mann sitzt hinter einem riesigen Schaufenster, umringt von etwa 10 - 15 Damen, die SEHR leicht bekleidet waren. Und davon gabs dann wenigstens 4 oder 5 direkt nebeneinander.
In der Stadt wars dann richtig cool. Ist abends eigentlich immer nett, nur dummerweise gabs wieder zimelich viel Wind. Und irgendwie gibt es auf den großen Geschäftsstraßen nicht viel zu erkunden. Shanghai ist dahingehend ziemlich langweilig, für Shopping-Willige ein Paradies.
Das Highlight gabs wieder am Ender der Straße, an der Metro-Station, also als wir gehen wollten. Ein Burger King!! Dummerweise hatte ich schon gut gegessen vorher. Sehr ärgerlich. Somit hab ich jetzt schon drei Stück gefunden, und das ist der der am Besten zu erreichen ist. Werd ich mir merken. Was ich mir aber geholt hab, war so ein Löffeleis, ähnlich wie unser MCFlurry (den es hier interessanterweies nicht gibt), bei nem andern Laden. Deren Sachen sind richtig super. Die haben ein Eis, dessen Motto es ist, wenn es kopfüber serviert ausläuft, kostenlos überreicht wird. Aber schmeckt auch richtig gut, ist mir 20 Yuan aber richtig teuer.
Dann sind wir auf zur Metro, und was seh ich da, als ich meinen Kopf nach links wende: unseren Freund mit der Gitarre. Und wer den Randolf kennt, weiß dass er nicht wiederstehen kann. Also auf. Eis gegessen, Gitarre in die Hand (er hat sich tierisch gefreut), und los gehts. Und diesmal hab ich mal auf meine Umgebung geachtet. Und es war ECHT krass! Als ich die Gitarre in die Hand genommen hab, sind ALLE Leute die gerade auf dem Weg zur Metro waren, stehengeblieben und haben geschaut was der komische Westler jetzt macht, und das waren ne Menge (30 - 40, grob geschätzt). Was auch immer sie erwartet haben, ich konnte es nicht bieten :) Ich war erstmal so überwältigt, dass ich nicht wusste was ich spielen soll. Aber mit der Zeit gings dann, und ich hab wieder ne Menge Geld verdient. und wieder nicht behalten :) Und diesmal wars echt lustig, insgesamt hab ich wenigstens 1,5 stunden gespielt. Sehr nett. Mit der Zei haben sich auch immer mal wieder Leute zu uns gesetzt, und ne Weile zugehört. Das macht Spaß :) Ein andere Chinese hat auch mal gespielt. Der hat uns später dann auch mal darauf hingewiesen, dass uns wohl irgendwann die Metros ausgehen werden, da sind wir quasi prompt aufgesprungen und losgelaufen. Und es gab keine mehr! Und dann haben wir fast kein Taxi mehr bekommen. Da hab ich mich kurzzeitig tatsächlich ein wenig verloren gefühlt. Denn wir hatten keine Karte dabei, mein Handy war leer, und keiner wusste wos langgeht, und unser Bezirk (XuJiaHui) ist nicht gerade um die Ecke. Dann haben wir doch noch ein Taxi bekommen. Und wieder einige Leute kennengelernt. Mein Telefonbuch wächst stetig. Und soviele Namen...
Was ich an einem Wohnheim mag, ist dass man immer Leute trifft. Egal wann, egal wo. Immer. Immer ist jemand da zum Reden, lachen oder was auch immer. Das ist schon toll. Das sorgt aber auch dafür, dass ich mal wieder wenig Schlaf bekommen hab :) bzw. bekommen werd.
Donnerstag, 29. März 2007
Straßenrundgang (Tag 27)
Ich glaub am Unterricht gibts nix zu meckern. Prinzipiell ist Donnerstag der beste Tag der Woche, wir haben eine Stunde Reading, was immer sehr locker ist, auch wenns in Reading IMMER ein Diktat gibt (is aber nich schwer, wenn man ab und zu seine Zeichen lernt), und dann Listening. Das wird mittlerweile immer besser, zum einen weil ich mehr Zeichen kann und zum anderen weil ich mittlerweile etwas besser in die Sprache reinkomm und mehr versteh. Es ist noch nicht wirklich toll, aber zumindest so gut, dass Listening nicht mehr soo demotivierend ist.
Danach hatte ich Lust mal einen Abstecher in die Stadt zu machen, mit meinem neuen Vermögen, dass ich ja seit dem Vortag hatte (ihr erinnert euch: http://dasrandiliinchina.blogspot.com/2007/03/falsche-reihenfolge-26-tag.html
). Außerdem wollte ich unbedingt mal zu dem Majestic Theater, weil es dort ein Konzert gibt: ein norwegisches Blasorchester mit einer supercoolen Playlist. Vorallem spielen sie auch ein paar Sachen von Edward Grieg, auf denen ich total steh. Wers nicht weiß, im Saarland sind dieses Jahr wieder die "Musikfestspiele Saar". Ich empfehle euch ernsthaft hinzugehen (ist glaub ich ab April). Dieses Jahr ist nordische Musik das Thema, und es werden sehr viele Stücke von Grieg gespielt. Ich ärger mich tierisch nicht hingehen zu können, ich hab mir sowas schon ne halbe Ewigkeit gewünscht, und jetzt wo ich weg bin...grr..egal. Hier gibts auch coole Sachen :)
Dieses Majestic Theater ist in der NanJingLu (Lu = Straße). Die ist sehr lang und ist daher auch in drei Teile unterteilt (normal, west, und ost). Und vorallem ist es DIE Einkaufsstraße in Shanghai. Hier gibts alles und zu jedem Preis. Da wird man dann auch mal auf offener Straße angesprochen, ob man eine "Massage" will oder "Haschich". Dort in der Nähe wie gesagt ist das Theater. Also auf dahin und noch ein paar nette Bilder von der Umgebung mitgenommen:
Wir sind den kompletten Weg ab dem People Square (ein großer Platz an der Nanjinglu, an dem auch das Museum ist, in das wir reinwollten aber nicht konnten) gelaufen. War nciht weit und sieht immer interessante Dinge. Zum Beispiel ne Menge superteuere Kaufhäuser (in einem ist sogar ein Madame Thussauds Wachsmuseum drin), und auch das ein oder andere McDonalds. Ich hatte diesmal richtig Lust auf McDoof-Fraß. Ich bevorzuge eigentlich Burger King, aber die sind in Shanghai und in China allgemein ziemlich rar, warum auch immer. Ich hab bisher genau einen gesehen (und einen anderen später am Tag, am Ende der Straße, aber da wars schon zu spät). Warum ich vom MCDoof erzähle? Na ja, ich war überrascht, als ich meine Cola gekostet hab, dass diese nicht nach Chlor geschmeckt hat! Das find ich so sensationell, dass ich es euch sagen muss! Denn bisher wurde ich dahingehend immer enttäuscht. Ist schon übel, wenn du im "Restaurant" so ein Wasser trinken musst. Ich mein den Tee machen die auch damit. Aber diese Cola war Spitzenklasse!! Ist schon interssant, dass die scheinbar nicht in jedem Mc eine Filteranlage benutzen, aber in diesem etwas reicheren Viertel. Bei uns um die Ecke in XuHui, der quasi immer voll belegt ist, obwohl noch tausend andere McDoofs, KFC's, PizzaHuts, und ewig viele chinesische Varianten in der Nähe sind, ist die Cola voller Chlor. Keine Ahnung, warum...
Wir sind dann weitergelaufen, immer weiter geradeaus. Und da war auf einmal so ein netter kleiner Mann, der mir die Schuhe putzen wollte (ich hab ja diese megamäßige Lederschuhe, muss mir unbedingt andere kaufen). Eigentlich hatte ich da aber keine Lust drauf. Zuerst hat er 20 Yuan gesagt. Wir sind weitergelaufen und er hat aufgegeben. Nach ein paar Metern hab ich mcih dann dummerweise umgedreht, und er hat das gesehen, und da wars zu spät. Er springt auf und rennt mir regelrecht hinterher. "10 Kuai". Hm, ich hab immer noch keine Lust, und mach ihm das auch klar. "5 Kuai". Ich will nicht, also reagier ich nicht mehr. Wir gehen weiter. Und nach einer halben Ewigkeit gibt er völlig erschöpft und niedergeschlagen auf. Alle Leute um mich herum sagen, dass er so toll ist, und gute Arbeit leiste. Aber ich will ja nicht. Wir gehen weiter.
Irgendwann schau ich auf meine Schuhe, und mir fällt ein, dass ich tatsächlich durch Zufall am Tag zuvor gedacht hab, dass ich mal meine Schuhe putzen müsste. Tja, und irgendwie tu ich ja ein gutes Werk, und 5 Kuai (50 Cent) sind nicht die Welt. Also umgedreht und ihm eine Riesenfreude gemacht. Ehrlich.
Hab dann ein wenig mit ihm geplaudert und ihn mit meinen begrenzten Chinesischkenntnissen gefragt, wo er herkommt und wo er wohnt. Dummerweise hab ich nicht viel von seinen Antworten verstanden, wie gesagt, Hörverstehen ist das Schwerste. Währenddessen kam noch so ein Polizist auf dem Motorrad, und hat wegen irgendwas rumgemeckert. Was auch immer, aber mein Schuheputzer hatte wohl einen guten Tag und so durfte er weiterputzen. Ich hab mich kurzzeitig tatsächlich wie ein Verbrecher gefühlt, obwohl ich nix gemacht hab. Irgendwie ertappt. Der Polizist ist dann weitergefahren.
Ich hab meinem Schuhputz-Freund dann immerhin 6 Kuai gegeben, und er hat gefragt, ob ich morgen wieder komme. Na ja, wohl nicht.
Dann gings weiter mit der Reise. Da kamen noch ein paar mehr groteske Bilder:
Wers nicht schon weiß: Das Hakenkreuz ist in Asien ein altes Glückssymbol und wird in keiner Weise mit dem deutschen Nationalsozialismus in Verbindung gebracht. Aber für unsereiner wirkt das schon seltsam. Ich hoffe mal das mir jetzt keiner irgendwas anhängen will. Diesen Laden gibts wirklich, mitten in Shanghai!
Und dann kamen wir einem Kleiderladen vorbei, der die bescheuertsten Modelle hatte, die ich je gesehen hab:
Und dann kamen wir durch Zufall zu einem kleinen Markt, der mal wieder mehr oder weniger alles hatte. Auch gefälschte Prada-Taschen
Ich erinnere an die echte Prada, die ich gesehen hab.
Taschen gabs hier genug:
Und auch sonst ne Menge Zeug:
Besonders nett fand ich einen CD-Stand, der unheimlich viele deutsche CDs hatte, als ob von einem LKW aus Deutschland nicht nur was runtergefalle wäre, sonder der gleich hier ausgeladen hätte. Und da gabs auch ne CD u.a. von der Barbara Streisand, der einen netten Aufdruck hinten hatte. Fand ich irgendwie passend:
Und wer sich noch dran erinnert, ich hab mal kurz noch auf einen Bericht von Spiegel Online verlinkt, in dem es um die Wanderarbeiter in China ging. Ähnlich gefährlich gings auch hier auf einer Baustelle zur Sache. Die Arbeiter waren völlig ungesichert:
Interessanterweise ging der Warenmarkt dann nahtlos in einen Fressmarkt über.
Und da gabs z.T. echt üble Sachen, von denen ich absichtlich keine Bilder gemacht hab.
Im Großen und Ganzen gewöhnt man sich aber allmählich an sowas. Solche Stände gibts hier öfter, nur nicht immer in dieser Masse. So manch ein Geruch hier war mir dann doch etwas zuviel.
Sehr gestört hat mich ein Typ, der mit einem kleinen Affen an einer Kette durch die Massen getorkelt ist, um Geld zu bekommen. Der kleine Kerl hat mir echt leid getan, aber was soll man da machen? Einfach nicht beachten und kein Geld geben. Genau das hab ich gemacht. Mehr bleibt einem leider nicht.
Ach ja, irgendwann haben wir dann auch das Theater gefundne, ein wenig versteckt, neben einige Botschaften sitzend. Es gab noch mehr als genügend Tickets aller Preisklassen. Also wollte ich erstmal abwarten bis nächste Woche, wer vllt noch mitgehen möchte.
Dann gings zurück, einfach immer geradeaus, Richtung nächste Metrostation. Da gabs dann auf dem Weg einen CocaCola Shop. Dinge die die Welt nicht braucht.
Und eine Häuserreihe, die wohl kurz vor dem Abriss steht (sowas gibts hier öfter).
Irgendwie fand ich das Bild nett. Obwohl ich selber einen Peugeot fahre...
Die Metrohaltestelle ist direkt am Jingan-Tempel, eine recht große Tempelanlage, die ich bisher noch nicht besichtigt hab.
Und das auch nicht an diesem Tag, da wir genau um 17:00 ankamen, wenn der Tempel zumacht. Super...
Ein Highlight gabs noch, denn direkt am Tempel gibts auch einen Burger King. Leider war ich noch voll vom MCDoof, also dann doch nciht. Aber wenigstens weiß ich wo er ist :) bei Bedarf. Wichtig sowas. Essen ist immer wichtig, auch gutes Fast Food :)
Danach hatte ich Lust mal einen Abstecher in die Stadt zu machen, mit meinem neuen Vermögen, dass ich ja seit dem Vortag hatte (ihr erinnert euch: http://dasrandiliinchina.blogspot.com/2007/03/falsche-reihenfolge-26-tag.html
). Außerdem wollte ich unbedingt mal zu dem Majestic Theater, weil es dort ein Konzert gibt: ein norwegisches Blasorchester mit einer supercoolen Playlist. Vorallem spielen sie auch ein paar Sachen von Edward Grieg, auf denen ich total steh. Wers nicht weiß, im Saarland sind dieses Jahr wieder die "Musikfestspiele Saar". Ich empfehle euch ernsthaft hinzugehen (ist glaub ich ab April). Dieses Jahr ist nordische Musik das Thema, und es werden sehr viele Stücke von Grieg gespielt. Ich ärger mich tierisch nicht hingehen zu können, ich hab mir sowas schon ne halbe Ewigkeit gewünscht, und jetzt wo ich weg bin...grr..egal. Hier gibts auch coole Sachen :)
Dieses Majestic Theater ist in der NanJingLu (Lu = Straße). Die ist sehr lang und ist daher auch in drei Teile unterteilt (normal, west, und ost). Und vorallem ist es DIE Einkaufsstraße in Shanghai. Hier gibts alles und zu jedem Preis. Da wird man dann auch mal auf offener Straße angesprochen, ob man eine "Massage" will oder "Haschich". Dort in der Nähe wie gesagt ist das Theater. Also auf dahin und noch ein paar nette Bilder von der Umgebung mitgenommen:
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Wir sind den kompletten Weg ab dem People Square (ein großer Platz an der Nanjinglu, an dem auch das Museum ist, in das wir reinwollten aber nicht konnten) gelaufen. War nciht weit und sieht immer interessante Dinge. Zum Beispiel ne Menge superteuere Kaufhäuser (in einem ist sogar ein Madame Thussauds Wachsmuseum drin), und auch das ein oder andere McDonalds. Ich hatte diesmal richtig Lust auf McDoof-Fraß. Ich bevorzuge eigentlich Burger King, aber die sind in Shanghai und in China allgemein ziemlich rar, warum auch immer. Ich hab bisher genau einen gesehen (und einen anderen später am Tag, am Ende der Straße, aber da wars schon zu spät). Warum ich vom MCDoof erzähle? Na ja, ich war überrascht, als ich meine Cola gekostet hab, dass diese nicht nach Chlor geschmeckt hat! Das find ich so sensationell, dass ich es euch sagen muss! Denn bisher wurde ich dahingehend immer enttäuscht. Ist schon übel, wenn du im "Restaurant" so ein Wasser trinken musst. Ich mein den Tee machen die auch damit. Aber diese Cola war Spitzenklasse!! Ist schon interssant, dass die scheinbar nicht in jedem Mc eine Filteranlage benutzen, aber in diesem etwas reicheren Viertel. Bei uns um die Ecke in XuHui, der quasi immer voll belegt ist, obwohl noch tausend andere McDoofs, KFC's, PizzaHuts, und ewig viele chinesische Varianten in der Nähe sind, ist die Cola voller Chlor. Keine Ahnung, warum...
Wir sind dann weitergelaufen, immer weiter geradeaus. Und da war auf einmal so ein netter kleiner Mann, der mir die Schuhe putzen wollte (ich hab ja diese megamäßige Lederschuhe, muss mir unbedingt andere kaufen). Eigentlich hatte ich da aber keine Lust drauf. Zuerst hat er 20 Yuan gesagt. Wir sind weitergelaufen und er hat aufgegeben. Nach ein paar Metern hab ich mcih dann dummerweise umgedreht, und er hat das gesehen, und da wars zu spät. Er springt auf und rennt mir regelrecht hinterher. "10 Kuai". Hm, ich hab immer noch keine Lust, und mach ihm das auch klar. "5 Kuai". Ich will nicht, also reagier ich nicht mehr. Wir gehen weiter. Und nach einer halben Ewigkeit gibt er völlig erschöpft und niedergeschlagen auf. Alle Leute um mich herum sagen, dass er so toll ist, und gute Arbeit leiste. Aber ich will ja nicht. Wir gehen weiter.
Irgendwann schau ich auf meine Schuhe, und mir fällt ein, dass ich tatsächlich durch Zufall am Tag zuvor gedacht hab, dass ich mal meine Schuhe putzen müsste. Tja, und irgendwie tu ich ja ein gutes Werk, und 5 Kuai (50 Cent) sind nicht die Welt. Also umgedreht und ihm eine Riesenfreude gemacht. Ehrlich.
| Von Shanghai |
Hab dann ein wenig mit ihm geplaudert und ihn mit meinen begrenzten Chinesischkenntnissen gefragt, wo er herkommt und wo er wohnt. Dummerweise hab ich nicht viel von seinen Antworten verstanden, wie gesagt, Hörverstehen ist das Schwerste. Währenddessen kam noch so ein Polizist auf dem Motorrad, und hat wegen irgendwas rumgemeckert. Was auch immer, aber mein Schuheputzer hatte wohl einen guten Tag und so durfte er weiterputzen. Ich hab mich kurzzeitig tatsächlich wie ein Verbrecher gefühlt, obwohl ich nix gemacht hab. Irgendwie ertappt. Der Polizist ist dann weitergefahren.
| Von Shanghai |
Ich hab meinem Schuhputz-Freund dann immerhin 6 Kuai gegeben, und er hat gefragt, ob ich morgen wieder komme. Na ja, wohl nicht.
Dann gings weiter mit der Reise. Da kamen noch ein paar mehr groteske Bilder:
| Von Shanghai |
Wers nicht schon weiß: Das Hakenkreuz ist in Asien ein altes Glückssymbol und wird in keiner Weise mit dem deutschen Nationalsozialismus in Verbindung gebracht. Aber für unsereiner wirkt das schon seltsam. Ich hoffe mal das mir jetzt keiner irgendwas anhängen will. Diesen Laden gibts wirklich, mitten in Shanghai!
Und dann kamen wir einem Kleiderladen vorbei, der die bescheuertsten Modelle hatte, die ich je gesehen hab:
| Von Shanghai |
| Von Shanghai |
Und dann kamen wir durch Zufall zu einem kleinen Markt, der mal wieder mehr oder weniger alles hatte. Auch gefälschte Prada-Taschen
| Von Shanghai |
Ich erinnere an die echte Prada, die ich gesehen hab.
| Von 15.3.07 Korea... |
Taschen gabs hier genug:
| Von Shanghai |
Und auch sonst ne Menge Zeug:
| Von Shanghai |
| Von Shanghai |
Besonders nett fand ich einen CD-Stand, der unheimlich viele deutsche CDs hatte, als ob von einem LKW aus Deutschland nicht nur was runtergefalle wäre, sonder der gleich hier ausgeladen hätte. Und da gabs auch ne CD u.a. von der Barbara Streisand, der einen netten Aufdruck hinten hatte. Fand ich irgendwie passend:
| Von Shanghai |
Und wer sich noch dran erinnert, ich hab mal kurz noch auf einen Bericht von Spiegel Online verlinkt, in dem es um die Wanderarbeiter in China ging. Ähnlich gefährlich gings auch hier auf einer Baustelle zur Sache. Die Arbeiter waren völlig ungesichert:
| Von Shanghai |
| Von Shanghai |
Interessanterweise ging der Warenmarkt dann nahtlos in einen Fressmarkt über.
| Von Shanghai |
Und da gabs z.T. echt üble Sachen, von denen ich absichtlich keine Bilder gemacht hab.
| Von Shanghai |
| Von Shanghai |
Im Großen und Ganzen gewöhnt man sich aber allmählich an sowas. Solche Stände gibts hier öfter, nur nicht immer in dieser Masse. So manch ein Geruch hier war mir dann doch etwas zuviel.
Sehr gestört hat mich ein Typ, der mit einem kleinen Affen an einer Kette durch die Massen getorkelt ist, um Geld zu bekommen. Der kleine Kerl hat mir echt leid getan, aber was soll man da machen? Einfach nicht beachten und kein Geld geben. Genau das hab ich gemacht. Mehr bleibt einem leider nicht.
Ach ja, irgendwann haben wir dann auch das Theater gefundne, ein wenig versteckt, neben einige Botschaften sitzend. Es gab noch mehr als genügend Tickets aller Preisklassen. Also wollte ich erstmal abwarten bis nächste Woche, wer vllt noch mitgehen möchte.
Dann gings zurück, einfach immer geradeaus, Richtung nächste Metrostation. Da gabs dann auf dem Weg einen CocaCola Shop. Dinge die die Welt nicht braucht.
| Von Shanghai |
| Von Shanghai |
Und eine Häuserreihe, die wohl kurz vor dem Abriss steht (sowas gibts hier öfter).
| Von Shanghai |
Irgendwie fand ich das Bild nett. Obwohl ich selber einen Peugeot fahre...
Die Metrohaltestelle ist direkt am Jingan-Tempel, eine recht große Tempelanlage, die ich bisher noch nicht besichtigt hab.
| Von Shanghai |
| Von Shanghai |
| Von Shanghai |
Und das auch nicht an diesem Tag, da wir genau um 17:00 ankamen, wenn der Tempel zumacht. Super...
Ein Highlight gabs noch, denn direkt am Tempel gibts auch einen Burger King. Leider war ich noch voll vom MCDoof, also dann doch nciht. Aber wenigstens weiß ich wo er ist :) bei Bedarf. Wichtig sowas. Essen ist immer wichtig, auch gutes Fast Food :)
Dienstag, 13. März 2007
Experimentalfilme und Gitarre (13. und 14. Tag)
Jetzt ists Mittwoch und ich schreib über Donnerstag und Freitag. Ich gerate immer mehr in Verzug. Mal schauen wie ich da wieder in einen Rhythmus komme.
Donnerstag ist nicht viel passiert, zumindest kann ich mich jetzt an nix besonderes mehr erinnern. Ich hab glaub ich fast den ganzen Tag gelernt. Wie gesagt, bin derzeit sehr motiviert. Und würde am liebsten den ganzen Tag lernen, um endlich alles zu verstehen. Irgendwann bin ich dann auch mal müde, und immer lernen will man ja auch nciht. Aber am Donnerstag hab ich den ganzne Tag gelernt. Wird auch immer mehr, was man lernen muss.
Freitag war da schon wesentlich interessanter. Die erste Woche neigt sich ihrem Ende und ich war froh, als endlich "Wochenende" war. Nach dem Unterricht hab ich noch einen netten Typen kennengelernt, der bei Sun Young was am Computer gemacht hat. Er heißt mehr oder weniger Tom und ist auch Koreaner. Er kann nicht besonders englisch reden, und sein Chinesisch ist noch schlechter. Die Kommunikation fällt schwer, aber es geht. Wir kamen auf Musik zu reden, und ich bekam raus, dass er singt. Also hab ich spontan meine Gitarre geholt und los gings. Er steht vorallem auf Bon Jovi. Also haben wir "Always" und "Bed of Roses" gesungen und gespielt. Mann! Der hat ne coole Stimme. Er hat zwar super laut gesungen, und war nicht trainiert. aber er singt echt klasse. Er war so laut, dass ich meine Gitarre fast nicht mehr gehört hab, da müsste er mehr trainieren. Aber sonst wars einwandfrei! hat super viel Spaß gemacht. Leider musste ich dann recht schnell weg. Carolin und ich wollten uns Filme angucken, und zwar Experimentalfilme, im deutschen Konsulat! Oder besser gesagt im Goethe Institut. Ich mein, Wochenende ist schon was besonderes. Alle wünschen sich gegenseitig alles Gute, und dann trifft man sich. ist echt nett hier, und ich lerne immer noch ständig neue Leute kennen. Unglaublig wieviel Leute hier sind. Ok, dann sind wir los. Es sollte um 7 anfangen, und wir hatten nicht wirklihc ne Ahnung wo das Gebäude ist. Nur ne ungefähre Ahnung. Aber es hat dann gepasst. UBahn ist immer wieder lustig. Wir stiegen an der NanJing Road aus, einer DER Geschäftsstraßen in Shanghai. Da hab ich auch schon ein paar Mal "Haschich" und "Massagen" angeboten bekommen. Das Konsulat war dann relativ leicht zu findne. War in dem Block, nicht weit von der NanJingLu das modernste und größte (und das soll schon was heißen, in einer Stadt wie Shanghai). da war noch mehr drin, aber vorallem das Goethe Institut. Wir hatten uns vorher ein wenig informiert, und es sollte ein Abend mit experimentellen Kurzfilmen werden, chinesische und deutsche. In Deutschland wäre ich wohl nicht so bereitwillig zu sowas gegangen. Aber hier wars was doppelt Besonderes, weil wir richtig viele Deutsche treffen konnten. Am Eingang wurden wir dann auch auf Deutsch empfangen, und die Dame war leicht überrascht, als wir auf Chinesisch antworteten. Aber war schon sehr angenehm, eine dt. Insel inmitten des chinesischen Gewusels zu finden. Am Empfang hatte man uns schon gesagt, dass wir wohl keine Platz mehr bekommen werden. Dass es dann SO voll war, hätt ich nicht gedacht. Selbst beim Stehen war es noch sehr gedrängt, war auch ein etwas kleiner Raum. Waren echt viele Leute da.
Dann gings los. Mit ein paar warmen Worten zur Begrüßung. Grundsätzlich wurde jetzt alles zuerst auf Deutsch gesagt und dann auf Chinesisch wiederholt. War recht anstrengend, ähnlich wie bei der Eröffnungszeremonie. Und an solchen Situationen nervt mich einfach, dass kein Inhalt rüberkommt. Die Sprecher werden immer in der Entfaltung ihrer Gedanken gehindert, da sie nicht zuviel sagen dürfen, da die Übersetzerin sonst nicht mehr nachkommt.
Zuerst gabs drei "Vorfilme". Da hab ich mir schon gedacht: Oh Gott, wie lange wirst du jetzt wohl stehen müssen? War aber nich soo unbequem, weil recht schnell ein paar der Leute wieder gegangen sind, die vorher gestanden hatten. Und die Wand war gepolstert :) Sogar der deutsche Konsul musste stehen, fand ich lustig. Der kam nämlich auch ein wenig zu spät, und ihm wurde kein Platz freigehalten. Wie gesagt, zuerst drei "kurze" Vorfilme (je 15 Minuten) und dann noch zwei lange (20 Minuten), und zwei kurze (7 Minuten). Waren sehr unterschiedlich und z.T. auch ein wenig nervig. Waren halt Experimentalfilme, z.T. auch normale Dokunentationne, mit schönen Bildern. Vorallem der erste hat mir gut gefallen. Es ging um "Chinesen in Berlin", wirklich nett. Hat den anwesenden Chinesen auch gefallen :) Von denen konnte auch viele Deutsch. Alle Filme waren entweder auf Deutsch, Chinesisch oder Englisch und dann mit entsprechenden Chinesischen oder deutschen Untertiteln. Hat mir insgesamt sehr gut gefallen, ich steh ja sehr auf das Medium Film. Manch einer war mir ein wenig zu schräg. Z.B. beim letzten hat man die ganze Zeit für einen kurzen Moment ein Bild eines Treppenhauses gesehen, und dann wieder ein Bild, immer ein anderes jede Sekunde, leicht veränderte Szenerie. Dazu noch Geräusche, so dass sich nach ner gewissen Zeit ein kleiner Rhythmus ergab, der hämmernd zu dem Bilderwechsel gewirkt hat. War am Anfang nett, später wurde es sehr anstrengend, und hat mich aggressiv gemacht. Als der Film dann endlich vorbei war hat man ein ganz lautes "AAH.." der Leute gehört :) War echt nett. Danach gabs 20 Minuten lang eine kleine Diskussion über die Filme und über Experimentalfilme insgesamt. Das ganze Event fand statt, weil eine Expertin zu Gast in Shanghai war, Birgit Heine (?). Dazu war noch ein chinesischer Regisseur eingeladen, dessen Film wirklich sehr seltsam war. Es ging um drei Personen, die zusammen aufgewachsen sind, und um deren gegenseitige Probleme und Intrigen. Die eine war lesbisch, der andere hat sich als Frau gefühlt. Der dritte war normal, wurde von der Transe geliebt, und hat selber die Lesbe geliebt. War sehr verzwickt, dazu noch dieser komische Erzählstil, mit nerviger Musik,und dunklen Bilder...Na ja. ist halt "Expermentalfilmerei". War trotzdem schön.
Danach wurds richtig cool. Denn es gab Essen!! Wer hätte das gedacht. Wir hatten uns ja nicht angemeldet, und sind ja mehr oder weniger auf gut Glück hingegangen. Und dann so ein Festmahl dort vorzufidnen, war schon einmalig. Denn es gab ALLES, vorallem auch Tomaten mit Mozzarella (Käse bekommt man hier eigentlich nicht).
Ich hab mir eine der wenigen Sprite geschnappt, die natürlich nicht Sprite heißt, sonder irgendwie anders. Cola (also die von Coca Cola) heißt ja auch 可口可乐 (ke kou ke le). Nett, oder?
Danach gingen wir zurück. Auf zur NanJing Road. Nachts entfaltet Shanghai schon einen gewissen Charme. Ist schon sehr hübsch, wenn alles so schön leuchtet. Wir gingen die Straße runter bis zu einer Metrostation. Und auf der Eingangstreppe saß ein netter junger Mann, der - ob ihrs glaubt oder nicht - eine Gitarre hatte und chinesische Lieder spielte! Klar hat er das gemacht, um ein wenig Geld zu verdienen. Und er wurde reichlich geehrt, ist schon ein seltener Anblick sowas. Solche Aktionen sind eigentlich auch verboten, weil sie ja dem Image von Shanghai schaden könnten. Versteh ich nicht so ganz. Auf jeden Fall haben wir uns hingesetzt und ein wenig zugehört. Er hat schon ganz gut gespielt, wenn auch immer dasselbe. Nach ein paar Minuten hab ich mir ein Herz gefasst und ihn gefragt, ob ich mal spielen kann. Er hat sich voll drüber gefreut und mir sehr schnell bereitwillig seine Gitarre gegeben und und mir sogar seinen warmen Platz (da mit Decke) angeboten zum Sitzen. Ich hab dann losgelegt. Sowas hatte ich vorher noch nie gemacht, und ich war schon ein wenig nervös. Denn da gehen verdammt viele Leute vorbei. Aber ich dachte mir, was solls? Einfach angefangen. Ich hab Otherside, Zu Spät und Nothing else matters gespielt. Soviel kann ich einfach nicht gut auswendig :) Und es kam gar nicht mal schlecht an. Die Leute haben mich zwar sehr sehr schräg angeschaut, aber eingie sind stehengeblieben für eine kurze zeit und manche haben mir sogar Geld gegeben!! Waren insgesamt bestimm 20 Yuan, was gar nciht mal schlecht ist für die kurze Zeit. Ich hoffe die haben den Typ hinter mir gesehen, wär mir doch peinlich wenn die gedacht hätten, ich mach das wirklich für Geld. Am Ende hab ich ihm sogar noch was gegeben (und meine Beute natürlich überlassen), auch wenn er das nicht annehmen wollte. Aber ich war unnachgiebig ;) Hat mir sehr viel Freude gemacht und mich darin bestärkt, mit Leuten hier Musik zu machen, in welcher Form auch immer.
Danach wars dann doch schon sehr spät und die UBahnstation war leergefegt. Und ich totmüde. Und ein Wochenende vor mir!
Donnerstag ist nicht viel passiert, zumindest kann ich mich jetzt an nix besonderes mehr erinnern. Ich hab glaub ich fast den ganzen Tag gelernt. Wie gesagt, bin derzeit sehr motiviert. Und würde am liebsten den ganzen Tag lernen, um endlich alles zu verstehen. Irgendwann bin ich dann auch mal müde, und immer lernen will man ja auch nciht. Aber am Donnerstag hab ich den ganzne Tag gelernt. Wird auch immer mehr, was man lernen muss.
Freitag war da schon wesentlich interessanter. Die erste Woche neigt sich ihrem Ende und ich war froh, als endlich "Wochenende" war. Nach dem Unterricht hab ich noch einen netten Typen kennengelernt, der bei Sun Young was am Computer gemacht hat. Er heißt mehr oder weniger Tom und ist auch Koreaner. Er kann nicht besonders englisch reden, und sein Chinesisch ist noch schlechter. Die Kommunikation fällt schwer, aber es geht. Wir kamen auf Musik zu reden, und ich bekam raus, dass er singt. Also hab ich spontan meine Gitarre geholt und los gings. Er steht vorallem auf Bon Jovi. Also haben wir "Always" und "Bed of Roses" gesungen und gespielt. Mann! Der hat ne coole Stimme. Er hat zwar super laut gesungen, und war nicht trainiert. aber er singt echt klasse. Er war so laut, dass ich meine Gitarre fast nicht mehr gehört hab, da müsste er mehr trainieren. Aber sonst wars einwandfrei! hat super viel Spaß gemacht. Leider musste ich dann recht schnell weg. Carolin und ich wollten uns Filme angucken, und zwar Experimentalfilme, im deutschen Konsulat! Oder besser gesagt im Goethe Institut. Ich mein, Wochenende ist schon was besonderes. Alle wünschen sich gegenseitig alles Gute, und dann trifft man sich. ist echt nett hier, und ich lerne immer noch ständig neue Leute kennen. Unglaublig wieviel Leute hier sind. Ok, dann sind wir los. Es sollte um 7 anfangen, und wir hatten nicht wirklihc ne Ahnung wo das Gebäude ist. Nur ne ungefähre Ahnung. Aber es hat dann gepasst. UBahn ist immer wieder lustig. Wir stiegen an der NanJing Road aus, einer DER Geschäftsstraßen in Shanghai. Da hab ich auch schon ein paar Mal "Haschich" und "Massagen" angeboten bekommen. Das Konsulat war dann relativ leicht zu findne. War in dem Block, nicht weit von der NanJingLu das modernste und größte (und das soll schon was heißen, in einer Stadt wie Shanghai). da war noch mehr drin, aber vorallem das Goethe Institut. Wir hatten uns vorher ein wenig informiert, und es sollte ein Abend mit experimentellen Kurzfilmen werden, chinesische und deutsche. In Deutschland wäre ich wohl nicht so bereitwillig zu sowas gegangen. Aber hier wars was doppelt Besonderes, weil wir richtig viele Deutsche treffen konnten. Am Eingang wurden wir dann auch auf Deutsch empfangen, und die Dame war leicht überrascht, als wir auf Chinesisch antworteten. Aber war schon sehr angenehm, eine dt. Insel inmitten des chinesischen Gewusels zu finden. Am Empfang hatte man uns schon gesagt, dass wir wohl keine Platz mehr bekommen werden. Dass es dann SO voll war, hätt ich nicht gedacht. Selbst beim Stehen war es noch sehr gedrängt, war auch ein etwas kleiner Raum. Waren echt viele Leute da.
| Von 9.3. Goethe I... |
Dann gings los. Mit ein paar warmen Worten zur Begrüßung. Grundsätzlich wurde jetzt alles zuerst auf Deutsch gesagt und dann auf Chinesisch wiederholt. War recht anstrengend, ähnlich wie bei der Eröffnungszeremonie. Und an solchen Situationen nervt mich einfach, dass kein Inhalt rüberkommt. Die Sprecher werden immer in der Entfaltung ihrer Gedanken gehindert, da sie nicht zuviel sagen dürfen, da die Übersetzerin sonst nicht mehr nachkommt.
Zuerst gabs drei "Vorfilme". Da hab ich mir schon gedacht: Oh Gott, wie lange wirst du jetzt wohl stehen müssen? War aber nich soo unbequem, weil recht schnell ein paar der Leute wieder gegangen sind, die vorher gestanden hatten. Und die Wand war gepolstert :) Sogar der deutsche Konsul musste stehen, fand ich lustig. Der kam nämlich auch ein wenig zu spät, und ihm wurde kein Platz freigehalten. Wie gesagt, zuerst drei "kurze" Vorfilme (je 15 Minuten) und dann noch zwei lange (20 Minuten), und zwei kurze (7 Minuten). Waren sehr unterschiedlich und z.T. auch ein wenig nervig. Waren halt Experimentalfilme, z.T. auch normale Dokunentationne, mit schönen Bildern. Vorallem der erste hat mir gut gefallen. Es ging um "Chinesen in Berlin", wirklich nett. Hat den anwesenden Chinesen auch gefallen :) Von denen konnte auch viele Deutsch. Alle Filme waren entweder auf Deutsch, Chinesisch oder Englisch und dann mit entsprechenden Chinesischen oder deutschen Untertiteln. Hat mir insgesamt sehr gut gefallen, ich steh ja sehr auf das Medium Film. Manch einer war mir ein wenig zu schräg. Z.B. beim letzten hat man die ganze Zeit für einen kurzen Moment ein Bild eines Treppenhauses gesehen, und dann wieder ein Bild, immer ein anderes jede Sekunde, leicht veränderte Szenerie. Dazu noch Geräusche, so dass sich nach ner gewissen Zeit ein kleiner Rhythmus ergab, der hämmernd zu dem Bilderwechsel gewirkt hat. War am Anfang nett, später wurde es sehr anstrengend, und hat mich aggressiv gemacht. Als der Film dann endlich vorbei war hat man ein ganz lautes "AAH.." der Leute gehört :) War echt nett. Danach gabs 20 Minuten lang eine kleine Diskussion über die Filme und über Experimentalfilme insgesamt. Das ganze Event fand statt, weil eine Expertin zu Gast in Shanghai war, Birgit Heine (?). Dazu war noch ein chinesischer Regisseur eingeladen, dessen Film wirklich sehr seltsam war. Es ging um drei Personen, die zusammen aufgewachsen sind, und um deren gegenseitige Probleme und Intrigen. Die eine war lesbisch, der andere hat sich als Frau gefühlt. Der dritte war normal, wurde von der Transe geliebt, und hat selber die Lesbe geliebt. War sehr verzwickt, dazu noch dieser komische Erzählstil, mit nerviger Musik,und dunklen Bilder...Na ja. ist halt "Expermentalfilmerei". War trotzdem schön.
| Von 9.3. Goethe I... |
Danach wurds richtig cool. Denn es gab Essen!! Wer hätte das gedacht. Wir hatten uns ja nicht angemeldet, und sind ja mehr oder weniger auf gut Glück hingegangen. Und dann so ein Festmahl dort vorzufidnen, war schon einmalig. Denn es gab ALLES, vorallem auch Tomaten mit Mozzarella (Käse bekommt man hier eigentlich nicht).
| Von 9.3. Goethe I... |
| Von 9.3. Goethe I... |
| Von 9.3. Goethe I... |
| Von 9.3. Goethe I... |
Ich hab mir eine der wenigen Sprite geschnappt, die natürlich nicht Sprite heißt, sonder irgendwie anders. Cola (also die von Coca Cola) heißt ja auch 可口可乐 (ke kou ke le). Nett, oder?
| Von 9.3. Goethe I... |
Danach gingen wir zurück. Auf zur NanJing Road. Nachts entfaltet Shanghai schon einen gewissen Charme. Ist schon sehr hübsch, wenn alles so schön leuchtet. Wir gingen die Straße runter bis zu einer Metrostation. Und auf der Eingangstreppe saß ein netter junger Mann, der - ob ihrs glaubt oder nicht - eine Gitarre hatte und chinesische Lieder spielte! Klar hat er das gemacht, um ein wenig Geld zu verdienen. Und er wurde reichlich geehrt, ist schon ein seltener Anblick sowas. Solche Aktionen sind eigentlich auch verboten, weil sie ja dem Image von Shanghai schaden könnten. Versteh ich nicht so ganz. Auf jeden Fall haben wir uns hingesetzt und ein wenig zugehört. Er hat schon ganz gut gespielt, wenn auch immer dasselbe. Nach ein paar Minuten hab ich mir ein Herz gefasst und ihn gefragt, ob ich mal spielen kann. Er hat sich voll drüber gefreut und mir sehr schnell bereitwillig seine Gitarre gegeben und und mir sogar seinen warmen Platz (da mit Decke) angeboten zum Sitzen. Ich hab dann losgelegt. Sowas hatte ich vorher noch nie gemacht, und ich war schon ein wenig nervös. Denn da gehen verdammt viele Leute vorbei. Aber ich dachte mir, was solls? Einfach angefangen. Ich hab Otherside, Zu Spät und Nothing else matters gespielt. Soviel kann ich einfach nicht gut auswendig :) Und es kam gar nicht mal schlecht an. Die Leute haben mich zwar sehr sehr schräg angeschaut, aber eingie sind stehengeblieben für eine kurze zeit und manche haben mir sogar Geld gegeben!! Waren insgesamt bestimm 20 Yuan, was gar nciht mal schlecht ist für die kurze Zeit. Ich hoffe die haben den Typ hinter mir gesehen, wär mir doch peinlich wenn die gedacht hätten, ich mach das wirklich für Geld. Am Ende hab ich ihm sogar noch was gegeben (und meine Beute natürlich überlassen), auch wenn er das nicht annehmen wollte. Aber ich war unnachgiebig ;) Hat mir sehr viel Freude gemacht und mich darin bestärkt, mit Leuten hier Musik zu machen, in welcher Form auch immer.
| Von 9.3. Goethe I... |
| Von 9.3. Goethe I... |
| Von 9.3. Goethe I... |
| Von 9.3. Goethe I... |
| Von 9.3. Goethe I... |
Danach wars dann doch schon sehr spät und die UBahnstation war leergefegt. Und ich totmüde. Und ein Wochenende vor mir!
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